von Federico Tolli

Was verbindet kulturelle Interaktion, Zeit, Lucy Parker und die Zahl 42 miteinander? Eine einfache Frage? Quasi im vorbeigehen erzählend gab es nur einen, der diese Zusammenhänge erläutern konnte. Douglas Adams. Unter den wenigen genialen Menschen auf dieser Welt war Douglas Adams sicherlich einer der witzigsten. Niemand konnte in einer spitzfindigen Pointierung die Absurdität als Ausweg der Vernunft beschreiben wie Douglas Adams. Nun ereilte diesen ein Schicksal, angesichts dessen sich trefflich rätseln lässt, ob dies ein Zufall war. Wohlbemerkt, ein Zufall im „douglischen“ Sinne! Ein Zufall, der sich in ein System fassen lässt, das wiederum jede Systematik „transzendiert“ und damit das zu-gefallene in dem Sinne aufhebt, indem dieses sein Überraschungsmoment verliert. Sei es die Entwicklung der hochkomplexen „Bistromathik“ oder das Erdenken eines Taschenrechners mit automatischer Learn-Memory-Funktion. Die Komplexität mit ebenso komplexen Modellen, die in ihrer „Abbildhaftigkeit“ das Absurde nicht nur streifen, sondern im Kern treffen, aufzuheben, war die Spezialität des Kultautors. Viele waren erschüttert und ebenso überrascht, als über den Ticker der Nachrichtenagenturen folgende Meldung verbreitet wurde:

London - Wie am Samstag bekannt wurde, starb Douglas Adams am Freitagmorgen völlig überraschend im Alter von 49 Jahren.

Der Schriftsteller erlag im kalifornischen Santa Monica einem Herzanfall, erklärte seine Sprecherin. Adams hatte vor allem durch sein 1979 erschienenes Buch Per Anhalter durch die Galaxis Kultstatus erreicht.

Was nicht auf den ersten Blick ersichtlich war - Douglas Adams erlag in seinem Fitness-Studio einem Herzanfall. Als würde dieser in einer schelmischen Art auf beschriebene Zusammenhänge in seiner Literatur aufmerksam machen, um zu belegen, dass die Zeit und der Zufall in der Tat durch einen Taschenrechner prognostiziert wurden.

Aber nicht nur diese Tatsache macht den Tod des Genies „merk-würdig“. Wie Spiegel-Online meldete, endeckte der Heppenheimer Amateurastronom Felix Hormuth am 7. Februar 1998 einen neuen Asteroid. Jeder Entdecker eines neuen Himmelskörper darf Taufpate spielen.

Als bekennender Adams-Fans war eine Bezeichnung schnell gefunden: Asteroid 18610 sollte fortan Arthur-Dent genannt werden. Zur Erinnerung: Arthur Dent ist die Hauptfigur in Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. In Deutschland und den USA ist der Dienstweg undenkbar geworden, und so dauerte es nicht weniger als drei Jahre, bis am 09.Mai 2001 der neue Name vom „Minor Planet Center“ in Cambridge, Massachusetts, verkündet wurde. Doch als Douglas Adams zwei Tage später starb, hatte ihn diese Botschaft offensichtlich noch nicht erreicht. Die Tragik, der Witz und das Absurde kommen selbst hier zusammen.

Geboren wurde Adams im März 1952 in Cambridge. Nach der Schule studierte er englische Literatur und erwarb 1974 einen Bachelor of Arts in dieser Disziplin, später einen Master-Abschluß im selben Fach. Sein Erstlingswerk Hitchhiker's Guide to the Galaxy war als BBC-Radio-4-Serie konzipiert und startete im März 1978. Der Erfolg trug dazu bei, dass daraus mehrere Bücher und eine TV-Serie entwickelt wurden. Den Einfall zu der Buchreihe hat Adams schon im Alter von 18 Jahren gehabt, als er der Legende nach durch Europa gereist ist. Auf die Idee habe ihn der Reiseführer "Per Anhalter durch Europa gebrach"t. Ich lag auf einer Wiese, ein wenig betrunken, und dachte, dass jemand „Per Anhalter durch die Galaxis“ schreiben sollte sagte Adams später.

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy erreichte in Großbritannien den ersten Platz in den Buch-Hitlisten. 1984 wurde Douglas Adams als bis dahin jüngster Autor mit der Auszeichnung „Golden Pan" ausgezeichnet. Über 14 Millionen mal wurde das Buch weltweit verkauft. Dem Erstlingswerk folgten 1980 „The Restaurant at the End of the Universe" sowie 1982 „Life, The Universe and Everything", "So Long and Thanks for all the Fish" (1984) und „Mostly Harmless" von 1992. Die Handlung der beiden ersten Bücher der „The Hitchhiker"-Reihe wurden 1982 in einer sechsteiligen Fernsehserie umgesetzt. Zu weiteren Werken von Adams zählen „Dirk Gently's Holistic Detective Agency" („Dirk Gentleys holistische Detektei") (1987) und „Long Dark Tea-time of the Soul" (1988).

1984 schrieb Adams zusammen mit John Lloyd „The Meaning of Liff" und „The Deeper Meaning of Liff" („Der tiefere Sinn des Labens") (1990). 1990 entstand außerdem zusammen mit dem Zoologen Mark Carwardine „Last Chance to See" („Die Letzten ihrer Art"). Adams war auch als Entwickler von Computerspielen und als Bühnenautor tätig. Bis zuletzt hat der Autor mit der Disney Corporation an einer Filmversion seiner „Anhalter"-Trilogie gearbeitet. Mit Hilfe des Internet versuchte der Science-Fiction-Autor auch, seine über 20 Jahre alte Vision des interaktiven globalen Reiseführers „Per Anhalter durch die Galaxis“ in die Realität umzusetzen. Der Reiseführer wurde unter h2g2.com von Adams Firma Digital Village aufgebaut. Douglas Adams hinterlässt seine Frau Jane und seine sechs Jahre alte Tochter Polly.

Mit Douglas Adams ist ein einmaliges Talent gestorben. Doch kündet uns die Art und Weise seines Todes an, dass noch viel von ihm erhalten bleibt. Leider waren bis auf in der Zeit und im Spiegel kaum Würdigungen über Adams zu lesen. Doch seine Werke haben viele Künstler inspiriert. Die Antwort auf die Frage der Fragen nach dem Universum, dem Leben und allem anderen; „42“, ist selbst zum Bestandteil der Lehren des geheimen Ordens der Onyx-Dämmerung geworden. Gleichsam fand die „42“ Eingang in die Chaosmagie und selbst in die Philosophie. Verbirgt sich doch im Absurden mehr Sinngehalt als im offensichtlich Erkennbaren. Eine Botschaft, die unterschwellig in Adams phantasiereichen Geschichten mitschwingt - Geschichten, die viele zum lachen und zum denken bewegten und bewegen werden.