Hexentum und Thelema
Thelema und Hexentum. Denkanstöße für die Leser vom Steinkreis und der AHA
von Heinz Bama
Ja was ist Thelema und was ist Hexentum? Gibt es einen Zusammenhang – wir werden sehen.
Auf den ersten Blick scheint es, als wären es zwei fremde Begriffe, die nichts miteinander zu tun hätten. Es wurden wohl über jeden Begriff sicherlich schon viele Aussagen gemacht und jede Menge Bücher geschrieben. Besonders wohl über das Hexentum. Nun will ich es aber mal aus meiner Sicht darstellen und die Gemeinsamkeit erfassen. Fange ich mal mit Thelema an.
Was tun spracht Zeus, die Götter sind besoffen. Nun würde ich sagen, Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Nun, so ist es nun mal mit den Sprichwörtern. Aber Zeus wird wohl gehandelt haben, in dem er ein Gesetz erlassen hat. Thelema kommt aus dem Griechischen und heißt Gesetz, nun aber wofür ein Gesetz, was für ein Gesetz. Da heißt es bei Thelema, Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen. Es sieht also so aus: der Wille steht über der Liebe. Denn meinen Willen soll ich tun und niemand kann nein sagen. Das Gesetz des Universums ist die Liebe, denn ohne Liebe geht nichts. Nun haben die Menschen die Schwierigkeit zu erkennen, was ist die Liebe?
Es gibt dazu viele Ansichten und Möglichkeiten. Vor allen Dingen ist es gar nicht so einfach, auf dieser Welt Liebe und Willen zu leben. Denn ein Jeder will was anders und lebt und liebt auf seiner Art und Weise. ... Crowley hat meines Wissens, den Begriff Thelema wieder bekannt gemacht. Nun er war Engländer. Ich weiß nicht, ober er die Schwierigkeiten gesehen hat, die sich so nebenbei ergeben. Wenn ich Thelema verdeutsche, ist ja ‚The‘ = der, die, das – so könnte auch Thelema Dielemma ergeben. Ich habe oft selbst erfahren, wenn ich mich an ein Gesetz halte, komme ich in eine Dilemma. Dilemma kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet auf deutsch ‚Klemme‘; Wahl zwischen zwei unangenehmen Dingen, Zwangslage. Die stellt sich in mir oft, soll ich oder soll ich nicht. Diese zwei Gedanken wird wohl jeder schon in sich gespürt haben. Nun wieder zu Thelema, ich zitiere aus dem Liber Al.
Kundgabe Nuits, der Sternengöttin
- I, 34 Sie aber sprach: die Prüfungen schreibe ich nicht: die Rituale sollen halb bekannt und halb verborgen sein: das Gesetz ist für alle.
- I, 39 Das Wort des Gesetzes ist Thelema.
- I, 40 Wer uns Thelemiten nennt, tut nichts falsches, wenn er nur genau in das Wort schaut. Denn darin gibt es Drei Grade; den Einsiedler und den Liebenden und den Menschen der Erde. Tu was du willst sei das ganze Gesetz.
- I, 43 Tu dies und keiner soll nein sagen.
- I, 44 Denn reiner Wille, unbefleckt von Zweck, befreit von der Gier nach Ergebnis, ist in jeder Hinsicht vollkommen.
- I, 57 Rufet mich an unter meinen Sternen! Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen. (...)
- I, 58 Ich gebe unvorstellbare Freuden auf Erden: Gewißheit, nicht Glauben, während des Lebens und nach dem Tod; unsagbaren Frieden, Ruhe, Ekstase; ich verlange auch überhaupt keine Opfer dafür.
Zur Liebe wäre noch was zu sagen. Die Liebe ist eine Kraft, eine Schwingung. Wenn auf der Welt das Niveau der Liebe niedrig ist, entsteht daraus für alle Unglück, Haß, Gewalt, Trennung, Krieg und das alles mit einem höchst gefährlichen Grad von Zerstörungskraft. So läßt sich das nun mal mit der Liebe sehen. Wir Menschen bringen sie unterschiedlich zum Ausdruck. Nun Gedanken und Gefühle, Worte und Taten, das ist sichtbar gemachte Liebe im Leben.
Nun zum Thema Hexentum
Wie der Begriff zustande kam, ist gar nicht so leicht zu erkennen, irgendwie hat er sich jedenfalls eingebürgert. Wie wohl allgemein bekannt ist, gab es in der Urzeit schon die Echsen, die es bis zur heutigen geschafft haben zu überleben. Wir Menschen haben auch das kleine sogenannte Echsenehirn, darin ist unser Urinstinkt enthalten. Auf dem sich unser Verhalten aufbaut. Wir unterscheiden uns natürlich vom Tier, wir meinen wir sind etwas besonders. Das X sagt mehr aus als das chs. Im X sind zwei Dreiecke, männlich und weiblich, sowie auch das X Chromosom. He ist doch toll. Also Hexen sind die Menschen die auf der Welt von Anfang an dabei waren. Natürlich waren die Menschen früher naturverbundener als heute, sie waren der Göttlichkeit näher denn je. Sie haben im Einklang mit der Natur und in Liebe gelebt. Und sich entwickelt. Nun hatten sie auch den Willen. Dieser ließ sie wollen und wagen. Wie die Geschichte uns ja nun mal lehrt, geschah dies in unterschiedlicher Blüte bis zur heutigen Zeit hin. Das Gesetz der Liebe wurde wahrlich nicht immer eingehalten, so geschah dann all das, was geschehen mußte. Wir sehen ja, wie es heutzutage zugeht. Die Menschheit schuf sich ihre Götter selbst.
Sie lebten, wie sie es für richtig hielten. Sie lebten oder wurden gelebt, daran hat sich nicht viel bis heute geändert. Vor 2000 Jahren etwa entstand für uns hier eine neue Religion. Das Christentum, das breitete sich langsam aus, ausgehend vom Orient, erst sanft, dann immer härter, mit Feuer und Schwert. Nach dem Motto, Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein. Es gab dann die Glaubenskriege und dazu kamen noch die Machtkriege bis in heutige Zeit.
Dem Christentum stand etwas Großes gegenüber. Und zwar „Heiden“, umgangssprachlich, für ‚groß, sehr viel‘ ... denkt an Heidenangst, Heidenarbeit, Heidengold, Heidenlärm, Heidenspaß. Also wurde die große Zahl der Bevölkerung, die ja keine Christen waren, Heiden genannt. Es gab nun das Heidentum und das Christentum. Wer nicht christianisiert wurde, war eben Heide. Dieses ist heute noch so. Um der Heiden besser habhaft werden zu können, wurde das Hexentum dargestellt. Wie kam es wohl dazu?
Ich fange mal mit dem Wort „das Hexaemeron“ an, das ist die Schöpfungswoche außer dem Sabbat, nun Hexagon, das Sechseck, so wie Hexagramm, Figur aus zwei gekreuzten gleichseitigen Dreiecken, Sechsstern. Hexateuch, die ersten sechs biblischen Bücher. Soweit so gut.
Nun nehme ich das Hexagramm, da habe ich nun zwei Dreiecke. Ein männliches für Vater, Sohn und hl. Geist. Christlich gesehen, das Reine und Gute. Das zweite aber, das weibliche, wurde als nicht gut angesehen, also als das Böse. Christlich gesehen, gibt es ja gut und böse, Gott und Satan. So zu sagen, Mutter, Kind und satanischer Geist. Also Hexa männlich und Hexe weiblich, böse. Es wurde somit das Hexentum aufgestellt. Dann ging die Jagd los auf die Satanshexen, im Namen des Herrn. Aus vielen Überlieferungen ist das zur Genüge bekannt. Es wurde also geächtet, verfolgt und getötet, nur um zu christianisieren und Macht auszuüben gegen die Heiden und die, die einen anderen Glauben hatten: die Naturreligion. Sie verehrten Mutter Erde, die Große Göttin, bis zum heutigen Tag. Nun ist eine neue Zeit angebrochen, es gibt viele Religionen, viele Menschen sind auf der Suche nach innerem Frieden, sie sehnen sich nach Liebe und Geborgenheit. Andere nach Ruhm, Macht, Geld.
Anscheinend hat sich doch nicht viel geändert. Aber das Leben ist etwas leichter geworden, sozialer, die Hexen können sich wieder sehen lassen. Der wahre Hexenkern lebt weiter. Er lebt sogar thelemisch, denn Liebe und Wille sind zwei wichtige Faktoren für die Hexen. Es gilt auch schon länger der Satz: mit Hexenmacht die Welt verändern. Tue was du willst, doch bedenke dabei, was du auch tust, es kommt auf dich zurück mal drei.
Zum Abschluß möchte ich sagen: Gib Odin mir Freya! Das heißt – gib Od in mir frey ja. Ich hoffe, es gab euch einige Denkanstöße.
Also nicht verzagen, Heinz mal fragen.



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