Teufelskreislauf
(Juni 2000 / erschienen im "Spirit" Juni 2000 und im "Götterboten" August 2002)
Wenn man von der Muße gepackt wird, einmal im Internet zu stöbern, stößt man doch relativ oft auf gar unglaubliche Berichte, Bilder oder dergleichen. Wie folgende Worte zeigen, fand ich auch einen äußerst oberflächlichen und unbegründeten Text einer christlichen Jugendgruppe zum Thema Satanismus. Als ich diesen Bericht las, fielen mir zunächst keine Worte mehr ein. Wie kann jemand, der auch noch Vorbild für Jugendliche und Kinder sein soll, solchen geistigen Abfall fabrizieren. Einen Text, ohne Begründungen, schlecht recherchiert, mit schlechten Beispielen, einfach aus dem Zusammenhang ihrer Gesamtbedeutung gerissen, zum Besten zu geben. Aber was rede ich, lest selbst:
"IN NOMINE SATAN
Wenn wir heutzutage das Wort Satanismus hören, wird vielen von uns ungut zumute. Immerhin werden Begriffe wie Opferung, Teufel, böse, dunkel, geheimnisvoll, Blut, Macht und noch viel mehr, mit Teufelsanbetung in Verbindung gebracht. Außerdem ist es zu beobachten, dass immer mehr Menschen, und da vor allem Jugendliche, Gefallen an Satanismus finden.
Ein paar Jugendliche treffen sich zum Tischchen- oder Gläserrücken um mit Geistern von Verstorbenen, wenn nicht sogar mit dem Satan selbst in Kontakt zu treten. Dieser Spiritismus kann oftmals der erste Schritt zum Satanismus sein, doch vom Experimentieren bis zum richtigen Satanisten ist es ein langer, brutaler, grausamer und manchmal tödlicher Weg.
Der Einstieg in einen satanistischen Orden erfolgt oft durch sogenannte Freunde. "Komm doch mal mit. Es wird dir gefallen.", sind häufig verwendete Sätze. Angekommen am Treffpunkt, der im Wald, in abgeschiedenen Industriegebieten, auf Friedhöfen, in Kellern und so weiter sein kann, wird dir der satanische Glaube aufgezwungen. Da wird nicht lange gefragt, ob du Interesse hast bla, bla, bla...,und wenn du nicht freiwillig willst, dann eben mit Gewalt. (Es gibt aber auch eine Menge Leute, die freiwillig dazu gehen!) Sie schlagen solange auf dich ein bis du dich zum satanistischen Glauben bekennst. So lernt ein Neuankömmling erst mal die Grundregeln des Satanismus: Satan ist die Personifizierung des Bösen. Das auf dem kopfstehende Kreuz, das Symbol der Satanisten, signalisiert die vollständige Umkehrung der Wertvorstellungen der christlichen Welt. So heißt es bei den Satanisten beispielsweise:
Empfinde Hass statt Liebe, tue Böses anstatt Gutes! Tod den Schwachen (Christen), Rum [der Autor meint wohl Ruhm, und nicht das hochprozentige Getränk...] den Starken (Satanisten)! Lebe, handle und fühle wie Satan! Uneingeschränkte Macht über andere wird dein Lohn sein.
Vor allem herrscht eine Strenge Sektenhierarchie: Jede Gruppe besteht aus einem inneren und äußeren Kreis. Der äußere Kreis, auch Meute genannt, setzt sich aus Einsteigern, Abtrünnigen, Frauen und Mitläufern zusammen. Der Priester ist das Oberhaupt des inneren und äußeren Kreises. Seine Befehle und Anordnungen müssen befolgt werden. Schon die leiseste Andeutung von Unwillen oder Ungehorsam wird streng bestraft.
Die Jünger bilden den inneren Kreis. Sie werden vom Priester aufgrund besonderer Leistungen aus der Meute ausgewählt. Rein äußerlich unterscheiden sich die Jünger durch ihre Kuttentracht von der Meute. Viel wichtiger jedoch ist: Die Jünger sind Priesteranwärter, sie müssen durch das Ablegen von sechs Prüfungen ihre satanischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Die Leibwächter des Priesters nennen sich Schergen. Sie haben eine Sonderstellung im inneren Kreis. Wie zum Beispiel das zurückholen und töten von Abtrünnigen.
Die Bibel der Satanisten wird Necronomicum [er meint wohl Necronomicon...] genannt. Die Satansbibel (das sechste und siebte Buch Moses) gehört zur Grundausstattung eines Jüngers. Außerdem sind eine Menge Symbole und ihre jeweilige Bedeutung zu lernen wie das auf dem kopfstehende Kreuz oder das Paphomet [auch hier ist wohl eher Baphomet gemeint...] (Pentagramm oder Drudenfuß).
Nach der Aufnahmeprüfung wirst du darauf gedrillt Satan und seiner Ideologie näher zu kommen. Zum Beispiel das sogenannte "Freunde abtöten". Zuerst wird dir ein unwillkürliches Opfer ausgesucht, das du zusammenschlagen musst. Später sind es dann deine Freunde, die du "abtöten" sollst. Dieses Training und noch weitere Ekelübungen bereiten dich auf weitere grausige Prüfungen auf dem Weg zum Priestersein vor.
In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden Schwarze Messen gefeiert. Dabei kommt es oft zu Tier- und sogar Menschenopfern. Auf grausame Art wird dem mit Drogen vollgepumpten und gefesselten Opfer der Bauch aufgeschlitzt, das Herz heraus geschnitten und das Blut in einem Kelch gesammelt. Der Ziegenbock ist zusammen mit dem Steinbock Satans Lieblingstier, deshalb soll das Opferblut dieses Tieres besonders starke, magische Kräfte verleihen.
Abtrünnige werden gesucht und zurückgeholt, um sie wieder zum satanistischen Glauben zu bekehren. Als Erkennung und ewiges Mahnmal werden dem "Ungläubigen" Schnittwunden im Brustbereich zugeführt. Manchmal wird in die Schnitte Salz gestreut damit Narben zurückbleiben. Diese Narben sind dann das "Abschusszeichen", für die Schergen des Priesters als auch für die restliche Meute.
Tja' und wenn du jetzt wirklich von Satanisten wegkommen solltest, dann hast du ein Leben voller Angst vor dem Entdecktwerden vor dir. Denn die Mitglieder dieser Sekte sind allgegenwärtig.
"Wenn du gehst, wirst du sterben! Bis zu deinem Tod aber wirst du endlos unglücklich sein !"
PM"
Nun, nachdem ich diesen Text überschlafen hatte, entschied ich mich nun doch einige Worte zum Besten zu geben. Ich wählte die gleiche Art und Weise wie der Autor. Also denn, um die Worte von PM zu benutzen:
Wenn wir heutzutage das Wort Christentum hören, wird vielen von uns ungut zumute. Immerhin werden Begriffe wie Inquisition, Hexenverfolgung, Folterungen, Kreuzigung, Hinrichtungen, Ablasshandel, Geldgier, Scheinheiligkeit und noch viel mehr, mit 2000 Jahre Christenheit in Verbindung gebracht. Außerdem konnte man beobachten, dass im Verlauf der Menschheitsgeschichte immer mehr Menschen, und da vor allem auch bis heute noch Jugendliche und Kinder Gefallen am Christentum finden.
Ein paar Jugendliche treffen sich zum Gottesdienst oder Gebet um mit der Jungfrau Maria, irgendwelchen Heiligen oder gar dem Heiligen Geist selbst in Kontakt zu treten. Dieser Spiritismus kann oftmals der erste Schritt in die Verdummung und Vernichtung des eigenen Willens sein, doch vom Experimentieren bis zum richtigen Christen ist es ein langer, ziel- und orientierungsloser Weg in die gänzliche Verdrängung und Beseitigung des Selbstbewusstseins und der Vernunft.
Der Einstieg in eine christliche Kirche erfolgt oft durch die Geburt. Ist das Menschenkind erst einmal geboren, die Nebelschnur meist noch nicht durchgetrennt, aber dennoch schon im Taufbecken einer christlichen Sekte oder Kirche sitzend, so kann man es mit Gottesdienst und dergleichen entsprechend christlich erziehen (lassen). "Der Herrgott sieht alles..." und "Weil man das halt so macht..." sind häufig verwendete Sätze. Angekommen am Treffpunkt, der in einer der besagten Kirchen, Kapellen, Beichtstuben oder auf dem Schoß des Priesters sein kann, wird dir der christliche Glaube aufgezwungen. Da wird nicht lange gefragt, ob du Interesse hast, bla, bla, bla..., und wenn du nicht freiwillig willst, dann eben mit Strafen und Drohungen, wie Fegefeuer, keine Geschenke an Weihnachten oder dergleichen. (Eigentlich gehen alle Leute freiwillig, auf oben beschriebene Art und Weise dazu!) Früher schlugen sie, heute reden sie solange auf dich ein, bis du dich zum christlichen Glauben bekennst. So lernt ein Neuankömmling erst mal die Grundregeln des Christentums: "Vater Unser...dein Wille (und nur deiner) geschehe...und führe uns nicht in Versuchung (in die Versuchung zu denken)...sondern erlöse uns von den Bösen (und allen anderen, die halt anders sind)...denn dein (und wieder nur deiner...nicht unser) ist das Reich und die Kraft in Ewigkeit (die ewige Sklaverei und Dummheit). Amen." Das Kreuz, bereits in der Antike als Folterinstrument bekannt, ist das Symbol der Christen, signalisiert die grenzenlosen Schmerzen, welche die Kirche seither den Menschen bis heute beibrachte und beibringt. So heißt es bei den Christen beispielsweise:
"Aber der Herr plagte den Pharao mit großen Plagen..." [1. Mose 12,17]
"...und beschnitt die Vorhaut an ihrem Fleisch eben des selben Tages, wie ihm Gott gesagt hatte." [1. Mose 17,23]
"Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast,..., und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge,..." [1. Mose 22,2]
"...denn er ist des Todes schuldig und er soll des Todes sterben; und sollte keine Versühnung nehmen..." [4. Mose 35,31]
Vor allem herrscht eine strenge Kirchenhierarchie: jede Gemeinde besteht aus einem Priester und aus allen anderen Christen. Die Gemeinde, auch Herde genannt, setzt sich aus willenlosen Schäflein ohne Selbstbewusstsein zusammen. Der Priester ist das Oberhaupt der Herde und genießt eine zwischenmenschliche und finanzielle Freiheit. Schon die leiseste Andeutung von eigenem Willen oder tiefgreifenden Fragen wird mit Drohungen oder Geldbuße, der sogenannten Kollekte bestraft.
Die besonders geblendeten bilden das persönliche Umfeld des Priesters. Sie werden von diesem aufgrund besonderer Leistungen aus der Herde auserwählt. Rein äußerlich unterscheiden sich diese nur durch den gänzlich verlorenen gegangenen eigenen Willen von der Herde. Viel wichtiger jedoch ist: diese Auserwählten sind Messdiener oder gar Priesteranwärter, sie müssen durch das Ablegen von, je nach Sekte in der Anzahl variierenden, Sakramenten ihre christlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Die Leibwächter des Priesters nennen sich Chorknaben oder Messdiener. Sie haben eine Sonderstellung im persönlichen und manchmal sexuellen Umfeld des Priesters. Wie zum Beispiel das Entgegennehmen einer Tafel Schokolade für vollführte Dienstleistung.
Die Bibel der Christen wird Koran genannt. Die Christenbibel gehört zur Grundausstattung eines jeden Christen. Außerdem sind eine Menge Symbole und ihre jeweilige Bedeutung zu lernen, wie das Kreuz oder der Fisch (Fischstäbchen oder Filet).
Nach der Aufnahmeprüfung, der sogenannten Taufe wirst du darauf gedrillt Jesus, Heilige, den Heiligen Geist oder ähnliches und deren Ideologie (meistens kennen diese nur die Anführer, Mitglieder der Herde sollen nur in Demut und Angst leben, ohne Nachzufragen) näher zu kommen. Zum Beispiel das sogenannte "Beichten", bei dem man seine Sünden dem neugierigen Priester erzählt, damit dieser beim Christengott für den Sündenbock ein gutes Wort einlegen kann. Zuerst wird ein willkürliches Opfer, meist ein Kind, ausgesucht, verängstigt und diesem schließlich ein schlechtes Gewissen gemacht, obwohl es gar nicht gesündigt hat. Aber Vorsorge ist besser als Nachsicht. Später sind es dann die eigenen Kinder, die man zur Beichte schickt. Dieses Training und noch weitere Ekelübungen beim Priester bereiten dich auf weitere stumpfsinnige und sklavenartige Prüfungen auf dem Weg ein guter Christ zu werden vor. Sollte man widerspenstige Kinder haben, so werden diese meistens mit Geld gelockt.
In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen (meistens nur an Weihnachten) werden kirchliche Messen gefeiert. Dabei kommt es oft zu kannibalistischen Handlungen innerhalb der Gemeinde. Dabei wird Blut und Fleisch zu sich genommen. Um den Verstand der Herde zu trüben erzählt man ihnen es sei Wein und Hostien (soll wie Papier schmecken). Auf grausame Art wird, dem mit Drogen (meistens Weihrauch oder Myrrhe) vollgepumpten Opfer der Geist aufgeschlitzt und leer gesaugt, bis nichts als endlose Dummheit übrig bleibt. Das Lamm oder der Fisch sind des Christengottes Lieblingstiere, deshalb werden diese Tiere geheiligt, indem man sie isst.
Abtrünnige brauchen nicht gesucht und abgeholt werden, denn sie können laufen, wohin sie wollen, überall sind Christen, die sie mit ihrem verdummenden Einfluss immer wieder bekehren. Als Erkennung und ewiges Mahnmal entgegnet man dem Ungläubigen mit Intoleranz und Isolation. Außerdem wird amtlich auf Lohnsteuerkarte festgehalten, dass es sich um einen Heiden oder Ketzer handelt, wie Christen Abtrünnige nennen.
Tja´ und wenn du jetzt wirklich von Christen wegkommen solltest , dann hast du ein Leben voller Angst vor dem Entdecktwerden, denn manchmal war die christliche Prozedur so hart, dass schlimme Narben in Geist und Psyche des Opfers zurückbleiben. Und jene Menschen, die dir dann helfen könnten, sind auch wieder Christen, denn die Mitglieder der Sekte sind allgegenwärtig. Ein "Teufelskreislauf"!
"Wenn du stirbst, wirst du gehen! Bis nach deinem Tode, dann wirst du endlos glücklich werden!"
Alexander Graeff

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