Über die angehende Wiederannäherung von Wissenschaft & Religion (III)
Mit einem weiteren Ausblick auf ihre Beziehung hinsichtlich der Praxis der Magie. Wie wird Kraft aus der Psyche gefiltert? Für jenen, der innere und äußere Energiequellen anzapft, muß die Kontrolle der Dämonen oberste Priorität haben, denn sie werden in diesem Prozeß stärker!
von Stephen Mace
Die naheliegende Strategie für den Neophyten, der beginnt die Psyche auszurichten wird sein, Talente und Kreativität zu steigern, die Dämonen niederzuzwingen und ganz allgemein sowohl die inneren als auch äußeren Energiequellen immer dann anzuzapfen, wenn es angeraten ist.
Dabei muss die Kontrolle der Dämonen oberste Priorität haben, einfach weil, wenn du sie nicht beherrschen kannst, während du beginnst, Kraft zu gewinnen, sie zusammen mit dem Rest von dir stärker werden und ihre größere Aktivität Katastrophen heraufbeschwört.
Wie Kraft aus der Psyche gefiltert wird
Im letzten Abschnitt habe ich angemerkt, dass Magier willens und in der Lage sein müssen, ihre Psyche als Quelle ungeformter Kraft zu behandeln, um damit ihr Werk energetisieren zu können.
Je mehr du in der Lage bist, Gedanken und Emotionen als Substanz zu behandeln, aus der du Magie herstellen kannst statt sie als Mittel zu sehen, “die Wahrheit” über “die Realität” herausfinden zu wollen, desto mehr Kraft wirst du als Magier haben.
Kraft zu sein ist die wahre Natur des Denkens.
Wenn wir die Fähigkeit haben, es zu vernetzen, so können wir daraus die Muster weben, die immer wir wollen – an jedwedem Webstuhl, den wir die Kühnheit haben zu bedienen.
Gegner dieser Sicht werden einwenden, dass ich damit das Bewusstsein verdrehe, zu Solipsismus und Narzismus ermutige und riskiere, die Berührung mit dem zu verlieren, was außerhalb des Bewusstseins vor sich geht. Ich wiederhole, dass das, was außerhalb ist, völlig solid und voller Folgerichtigkeit ist – und eben gerade aufgeladen mit all der Vorsätzlichkeit, die von allen Psychen hineingebracht wurde, die daran gearbeitet haben, es zu dem zu machen, was es jetzt ist.
Aber es ist noch nicht die primäre Sache selbst, und es ist empfänglich für Manipulationen durch diese primäre Sache: das Bewusstsein an sich.
“Objektive Realität” wird am effektivsten zu sehen sein als der Niederschlag der kollektiven subjektiven Aktivität allen Bewusstseins, das vorher war, unser eigenes eingeschlossen.
Dieses Bewusstsein könnte vom Geist Gottes herrühren, der die Quantenkonstanten formuliert, um als Bauunternehmer etwa eine baumbewachsene Schlucht einebnet oder von einer Drosselmutter, die ihr Nest mit ihren eigenen Federn auskleidet bis hin zu einer Klapperschlange, die Verdauungsenzyme in ihre lebende Beute spritzt.
Alle bewussten Wesenheiten benutzen ihre Kraft, um die Realität hervorzubringen, derer sie bedürfen bis hin zu dem Punkt (wenn der Anpassungsdruck groß genug ist), den Artenbildungsprozess über ihre Nachkommenschaft in Gang zu setzen.
Folglich würden wir einen magischen Mechanismus für die kreative Evolution voraussetzen – im Gegensatz dazu, einen Mechanismus des reinen Aussortierens anzunehmen, wie ihn die Theorie der natürlichen Auslese anbietet.
Jegliches Bewusstsein bearbeitet die Realität mehr oder weniger – in Abhängigkeit von seiner Intensität, mithin von irgendeinem gegebenen Standpunkt und der Fähigkeit aus, diese Intensität den Umständen entsprechend einzusetzen.
Eine solche Intensität kann erkauft sein, so wie du Sprengstoff- und Planierraupenhersteller für die Werkzeuge kaufst, die du brauchst, um ein Weizenfeld in ein Megaeinkaufszentrum zu verwandeln; sie kann als Widerstand erscheinen, wenn deine Landsleute die Polizei abwehren, die kommt, um dich festzunehmen oder durch Anwerbung und Aushebung entstanden sein, wie wenn etwa der Gouverneur das Militär einsetzt, um dich mit der Artillerie wegzupusten.
Ausgenommen natürlich die Soldaten würden meutern, was die Kette von Aktion/Reaktion in politische, soziale und kulturelle Integrität wandeln würde, in Ökonomie und rein animalischen Zorn und Angst.
Eine unendliche Anzahl von Verschlingungen verschiedensten feed backs durchzieht alle Ebenen des Bewusstseins kreuz und quer, von der Schwerindustrie angefangen bis hin zu einem Baby, das in seinem Bettchen weint.
Das Ergebnis ist ein weltumspannendes Gewebe von unendlichem Chaos – Formen steigen auf und fallen auf eine nicht vorhersagbare Art und Weise in sich zusammen – Umstände, die für magische Manipulation höchst empfänglich sind.
Realität ist der objektive Niederschlag eines subjektiven Prozesses.
Je effektiver wir unsere Subjektivität – die Bestandteile unserer Psychen und die Energien, die sie beleben – manipulieren können, desto effektiver können wir Realität unserem Wunsch gemäß gestalten.
Nur, indem wir dem Bewusstsein diese exponierte Stellung einräumen, können wir die Art und Weise, in der die Psyche arbeitet und die Dynamik, der sie folgt sowie das, was das Bewusstsein in dem Moment tut, wenn es seine Kraft in die Welt entlädt, erkennen.
Und so weben wir unsere Magie, um dieses Tun und auch die Ergebnisse der Entladung zu beeinflussen.
Unter vielen verschiedenen Aspekten kann Magie der Wissenschaft gleichgeordnet werden. Sie ist eine Forschungsmethode und eine Technik, um all die Dinge zu verwerten, die erhellt worden sind, aber der Forschungsgegenstand ist vielmehr der Geist statt die Materie.
Materie und Geist sind weit voneinander entfernt, obschon sie eine lange gemeinsame Grenze teilen.
Magie und Wissenschaft nutzen etwa völlig verschiedene Methoden, um Daten zu interpretieren, so dass an der Grenzfläche eine Haltung intelligenter Toleranz gebraucht wird, wenn sie gegenseitig von ihrer Sachkenntnis profitieren wollen.
Aber so, wie es bevorzugt die “Objektivität” war, die die Wissenschaft befähigte, in den letzten 3oo Jahren unglaubliche Schritte vorwärts zu tun, so könnte vorzugsweise die “Subjektivität” für die Magie in den kommenden Jahrhunderten die gleiche Rolle spielen.
Wir werden es nur herausfinden, wenn wir es probieren.
Magie ist eine psychische Technik, eine Methode, um das eigene Vorratslager psychischer Energie so zu manipulieren, dass der panpsychische Fluss auf das eigene Konto umgelenkt werden kann. Und mit dieser Arbeitsdefinition gewinnen wir einen kritischen Einblick in den Geisteszustand, den der Magier kultivieren muss, wenn ihm sein Werk glücken soll.
Was wir bei der Nutzung der Psyche an sich verwenden, sind unsere eigenen Psychen, weshalb wir uns nicht aufhalten lassen sollten, indem wir spezifischen Aspekten ihrer Inhalte gefühlsmäßig verhaftet bleiben. Man muss den eigenen Willen entdecken und dann umsetzen, und der Blick, mit dem man diesen notwendigen Schritt beobachtet, muss tatsächlich kalt sein.
Das bedeutet nicht, dass ein Zauberer Gefühle unterdrücken, abweisen oder ignorieren sollte.
Jedes vorhandene Moment, das die Psyche energetisiert – von der Sexualität und dem Bedürfnis nach Freundschaft angefangen bis hin zu dem Bestreben und dem Bedürfnis, Ausbeutung anderer zu vermeiden – muss anerkannt und mit der Energie auf die eine oder andere Art gearbeitet werden.
Aber man sollte sich nie dadurch, dass man den Erinnerungen an vergangene Annehmlichkeiten nachhängt, die Gegenwart überschatten lassen, in der Notwendiges zu erledigen ist.
Keine emotionale Energiequelle ist so nutzlos wie die, die nicht nur nichts mehr hergibt, sondern außerdem noch die ständige Infusion von Hingabe verlangt, um lebendig zu bleiben. Sich durch dieses Erhaltungsbedürfnis von den eigenen Vorsätzen abhalten zu lassen ist tatsächlich Schwäche.
“Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.”
Ich möchte aber immerhin anmerken, dass davon die Notwendigkeit, das eigene Wort zu halten, eine vernünftige Pietät den Eltern gegenüber zu üben, besonnener Patriotismus und so weiter nicht berührt werden.
Dies sind Imperative, die mehr mit Ehre als mit Gefühl zu tun haben, und insofern sind sie wesentlich für die Erhaltung und Erfüllung des Willens.
Wenn man erst einmal die Notwendigkeit akzeptiert hat, die eigene Psyche strikt auszurichten, kann man mit der Arbeit beginnen, ihre Bestandteile zu kontrollieren anstatt von ihnen kontrolliert zu werden.
Ein besonderer Weg Kontrolle zu erlangen besteht darin, die psychischen Bestandteile als getrennte “Geister” zu behandeln.
Aus dieser Übereinkunft folgt, dass Geister selbstgerichtete Intelligenzen sind, die innerhalb der Psychen von Individuen – die all unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen hervorbringen – Energie manipulieren und auch als sich selbst erhaltende Trends innerhalb des panpsychischen Stromes agieren, so wie es im Falle von Elementalen und Geistern des Ortes der Fall ist.
Es ist unerheblich, ob diese Wesenheiten im Moment sich ihrer selbst bewusst sind – indem wir sie als das ausrichten, was sie sind, können wir in “persönliche” Beziehungen zu ihnen eintreten und sie dem Ziel, die Energien zu manipulieren, verpflichten - und zwar als das, was sie entweder sind oder wofür sie stehen.
Diese Annahme, dass unsere Psychen Schwärme von Geistern sind, die benannt und gebunden werden können, um unsere Magie zu erschaffen, wird vom Unterscheidungsprinzip in der Kunst der Zauberei aufgenommen, was man als Teilmenge im breiten Feld der Magie sehen könnte. Gestützt auf die Konvention und bestätigt durch Resultate, wird der Zauberer es nützlich finden, jedwede Funktion in seiner oder ihrer Psyche, die er oder sie definieren kann, als einen getrennten Geist zu behandeln.
Diese Funktionen können rein mechanistische Energieprozesse wie die Kundalini, die Chakren und so weiter umfassen so wie auch Reflexe, die an spezifische Lebenserfahrungen gebunden sind, Energien als Quelle von Talenten, Kunstfertigkeiten und anderen kreativen Entäußerungen und auch die pathologischen Akteure, die gemeinhin als Dämonen bekannt sind.
Die naheliegende Strategie für den Neophyten, der beginnt die Psyche auszurichten wird sein, Talente und Kreativität zu steigern, die Dämonen niederzuzwingen und ganz allgemein sowohl die inneren als auch äußeren Energiequellen immer dann anzuzapfen, wenn es angeraten ist.
Dabei muss die Kontrolle der Dämonen oberste Priorität haben, einfach weil, wenn du sie nicht beherrschen kannst, während du beginnst, Kraft zu gewinnen, sie zusammen mit dem Rest von dir stärker werden und ihre größere Aktivität Katastrophen heraufbeschwört.
Natürlich ist es niemals angemessen etwa zu versuchen, einen psychischen Bestandteil abzuschalten oder abzutöten, und soweit ich weiß, geht es auch nicht.
Aber man erreicht damit, die Entladung der Kraft zurückzuhalten und sie damit faulig, ansteckend und explosionsempfindlich zu machen.
Man muss einfach sagen, dass Unterdrückung in der Zauberei nicht besser ist als in der Psychotherapie.
Eine bessere Strategie für einen Zauberer, der mit einem widerspenstigen psychischen Akteur konfrontiert ist, wäre es, einen künstlichen Geist herzustellen, dessen einzige Aufgabe darin bestünde, die Energie des ersteren in einen Impuls zu verwandeln, der den Willen des Zauberers befördert.
Zum Beispiel war meine erste Anstrengung auf diesem Wege, einen Geist künstlich herzustellen, welcher Ärger auf den bürgerlichen Staat in literarische Kreativität verwandelt.
Unabhängig davon, wie gerechtfertigt das ist, bewirkt mein Missfallen der staatlichen Arroganz und Heuchelei ein wenig mehr als nur eine momentane Steigerung meines Selbstbewusstseins. Folglich ist es wesentlich verschwendete Energie und reif, umgeleitet zu werden.
Und insofern ich häufig über Themen schreibe, die den bürgerlichen status quo kritisch behandeln, was Animositäten aufbringt, ist die Steigerung meiner literarischen Anstrengungen gleichermaßen produktiv wie auch in Übereinstimmung mit ihren ursprünglichen Absichten.
Nun hat es der bürgerliche Staat an sich, den Abscheu frei und klar denkender Individuen gegen sich zu erregen, und insofern kann der Geist, der Ärger auf ihn erzeugt, als gesund und nicht als eine Art Dämon betrachtet werden, auch wenn freilich die Energie, die für seine Tätigkeiten aufgewandt wird, verschwendet ist.
Soweit zu den künstlich erzeugten Geistern.
Es kann angemessener sein, die mehr pathologisch gearteten Geister – Dämonen – zu einer stärker verallgemeinerten Kraft zu transformieren - zum einen, da es keine logische Verbindung zur Pathologie gibt und zum anderen, um dem Pathologischen selbst keinen Status unter den Bestandteilen des Geisterschwarmes eines Zauberers einzuräumen.
Wenn zum Beispiel ein Vater eine Frau missbraucht hat und sie damit dazu brachte, einen Dämon zu erzeugen, der sie nun zwingt, allen Männern zu misstrauen, so könnte es für sie das Beste sein, einen Geist zu synthetisieren, der diesen Antrieb einfach in Licht als Rohstoff (Chi) verwandelt, welches sie speichern kann, um es später unter den Umständen, die sie bestimmt, zu verwenden.
Natürlich wird unsere Zauberin dann, wenn der eifernde Dämon erst einmal mit den Mitteln der Arbeit eingegrenzt ist, mit dem viel natürlicheren Geist umzugehen haben, der sie dazu bringt, Männer wie ihren Vater anzuziehen –ein Geist, der letztlich in gewisser Form in allen Frauen aktiv ist, in ihrem Fall aber so geartet sein kann, dass er sie umbringt.
Die Energie dieses Geistes muss ebenfalls zurückgeführt werden, doch könnte man ihn nur als unangemessen, nicht als pathologisch betrachten, und so reicht es aus, ihn in seine eigene Sphäre zurückzuschicken.
Vielleicht könnte unsere Zauberin den Geist synthetisieren, der dessen Energie umformt und damit verursachen, dass sie einen Mann trifft und sich in ihn verliebt, der willens ist, soviel Hingabe zu schenken, wie er bekommt.
Mit Strategien wie dieser nimmt der Zauberer die Entfremdung in sein oder ihr Leben zurück, indem alle tatsächliche Lebensenergie auf seinen oder ihren wahren Vorsatz hin fokussiert wird statt sie zu verschwenden, indem die Verzerrungen der Entfremdung oder zumindest uneffektive Realitäten aufrecht erhalten werden.
Wenn der Zauberer dann, wenn er diese Dinge gut in der Hand hat, noch mehr Energie will, muss er oder sie daran arbeiten, sie zu erzeugen.
Die entsprechenden Techniken sind Legion.
Die traditionelle magische Praxis schließt Tieropfer ebenso ein wie psychotrope Drogen, Sex, Tanz, Chanten, Gesang, Arbeiten im magischen Kreis und die Vibration heiliger Namen.
Der britische Theoretiker Ramsey Dukes schlägt vor, den Adrenalinanstieg während eines Karnevalumzuges zu nutzen, wobei der Magier die Energie fokussiert, indem er oder sie sich während des Umzuges auf ein Sigill konzentriert, das seine oder ihre Absichten darstellt.
Du kannst das gleiche tun mit ästhetischer Verzückung, dem Hochgefühl des Sieges in einem Spiel oder auch mit der Erregung, an der Spitze zu stehen (was noch den Nebeneffekt hätte, dass die zerstreute nervliche Energie bewegt würde, die vorher den Einfluss geschmälert hatte und du danach besser in der Lage bist, die Führung zu behalten und zu gewinnen).
Ausgenommen den Fall des Blutopfers haben alle aufgeführten Energiequellen ihren Ursprung im Magier und seinen oder ihren Kollegen.
Was im magischen Vorgehen oder bei der Zauberei gemacht wird ist, die Energie stärker als üblich hervorzurufen und dann auf den Vorsatz der Arbeit hin zu fokussieren.
Aber vielleicht kommt der Hexer zu dem Schluss, dass noch mehr Energie gebraucht wird und wird nach Quellen außerhalb des Selbst suchen, um sie zu erzeugen.
Stell dir einen Rock´n-Roll-Star vor, der sich nach einem brillanten Gitarrensolo einer Ovation gegenübersieht.
Er kann darin schwelgen und jedes Maß verlieren, wenn er sich in der Welle der Anerkennung badet, die über ihn hinspült, oder er kann die Energie in seinem Bauchchakra speichern, um sie später wie auch immer zu verwenden.
Es ist nur eine Frage der Technik und der Wahl, wie sie genutzt wird.
Die Energie ist frei gegeben worden, und er muss sie akzeptieren, wenn er sein Publikum nicht zurückweisen will. Er hat die Wahl, sie entweder zu nehmen und zu speichern oder zuzulassen, dass sie ihn nimmt und ihn vielleicht in Form von Größenwahn und der damit verbundenen Genussucht überwältigt.
Aber da die meisten von uns keine Gitarrenhelden, Spitzensportler, populären Politiker oder auch Fernsehprominenten sind, kommt Energie von außen nicht so leicht zu uns, dass alles, was wir zu tun haben, sie durchzuwinken und zu speichern wäre.
Was nicht bedeutet, dass es keine anderen erreichbaren Quellen gäbe.
Eine davon umfasst die Elementargeister der Naturschauspiele unseres Planeten: Wälder, Canyons, Berge und alle Arten von Gewässern.
Noch wichtiger als Quelle der Kraft sind spezifische Kraftorte – Plätze, die zehn bis hundert Quadratmeter groß sind und als Springquellen psychischer Kraft gesehen werden können, die aus dem Fleisch unserer Mutter Erde aufsteigen.
Man kann sie finden, indem man der örtlichen Tradition folgt, durch Omen, Astralreisen oder auch einfach durch enge Verbindung mit dem Elementarwesen, das für die Landschaft verantwortlich ist, in der sich der Kraftort befindet.
Als konstante Energielieferanten sind sie unübertroffen, und ich kann ohne Zögern sagen, dass ich, wenn ich sie nicht nutzte, wirklich ein trauriger Zauberer wäre.
Trotzdem würde ich warnend anmerken wollen, dass man sich sicher sein muss, dass die Energie eines Platzes und deren Verhalten dir gegenüber deiner psychischen Gesundheit zuträglich ist und nicht anders, bevor man ernsthaft versucht, daran teilzuhaben.
Eine andere äußere Kraftquelle sind andere Menschen.
Die Kraft anderer Leute kann auf zwei Arten erlangt werden: Indem man ihr Zuneigung gewinnt und durch Vampirismus.
Das Phänomen des voll erfüllten Gurus, der von einer Vielzahl von verehrenden Anhängern umgeben ist, ist in unserem transkulturellen Zeitalter geläufig, aber was oft nicht verstanden wird, ist die energetische Dynamik, die damit verbunden ist.
Zyniker mögen vielleicht einwenden, dass der Guru einfach nur ein Abzocker ist und die Anhänger nichts als seine oder ihre leichtgläubige Beute.
Aber in ihrer legitimen Form kann der Beziehung ein fairer Energieaustausch zugrunde liegen – die Anhänger geben Devotion, und der Guru gibt Glückseligkeit zurück.
Das ist ein schönes Beispiel für eine feed-back-Verknüpfung, durch die der Guru sich Verdienste erwerben kann, wenn er oder sie weiß, wie die Energie aus dem Aboluten zu holen ist – Energie, die du anderen weitergeben, aber nicht direkt selbst aufnehmen kannst (weshalb sie gut dazu verwendet werden kann, Eucharistien aufzuladen).
Damit kann der Guru seinen oder ihren Kult zur hohen Kunst der psychischen Erweiterung entwickeln und den Anhängern damit tatsächlich den Glauben vermitteln, dass sie Teil eines wahrhaft kosmischen Schauspiels sind, obschon ihre notwendige Konzentration auf den Kult die Fähigkeit einschränkt, die Energie auf irgendeine ursprüngliche Arbeit anzuwenden.
Aber die Glückseligkeit ist ganz real, und für viele ist das genug.
Wenn der Guru tatsächlich ein wahrer Magier ist und mit seinen Verehrern wirklich in enger Verbindung steht, dann können magische Hilfen wie Heilung oder Beförderung der Karriere den aufrichtig Strebenden ebenfalls befriedigen. Aber Anhänger sollten nicht erwarten, über diese Beziehung hinaus irgendein magisches Training zu bekommen.
In jedem Ashram ist immer nur Platz für einen Zauberer, und gerade Anfänger haben es an sich, die Ausstrahlung völlig durcheinanderzubringen.
Vampirismus andererseits ist einfach nur Diebstahl von ursprünglicher vitaler Energie und wird üblicherweise mit sexuellen Mitteln oder in geringerem Maße auch durch emotionale Manipulation ausgeführt.
Er zerstört beide – Opfer und Vampir, auch wenn der Vampir ein wahrhafter astraler Kraftmeier ist -, weil er den Impuls des Opfers zusammen mit seiner oder ihrer Kraft absorbiert und sich dann nicht davon reinigen kann, so dass Körper und Seele dadurch verschmutzt werden.
Anders als der Guru, der seine Anhänger dazu bringen kann, zu magischen Betern vor magisch präparierten Porträts zu werden, während magisch präpariertes Räucherwerk abbrennt, was eine sehr reine Kraft erzeugt oder der Gitarrenheld, der mit seiner Musik weitgehend bestimmt, welche Art von Energie der Beifall erzeugen wird, nimmt der Vampir, was er kriegen kann.
Aber er kann nur aussortieren, was er benutzen kann und was er auszuscheiden hat, nachdem er die Energie in sich hat, und in dem Moment, da er sie hat, wird er vom Glücksgefühl einer Überfülle an Energie überströmt werden.
Das wird eine so befriedigende Übersättigung mit sich bringen, die in sich selbst endet, dass die Arbeit der Reinigung der Energie zu so etwas wie Zähneputzen gerät – man weiß, dass man es tun sollte, kommt aber nicht in die Gänge.
Andererseits ist es so nötig, die Energie des Opfers zu reinigen wie eine funktionierende Leber zu haben und muss automatisch erfolgen. Und obschon es theoretisch getan werden könnte, ist es mit anspruchsvoller Sorgfalt verbunden - und wenn es tatsächlich soviel Aufwand macht, nimmt es der Sache den ganzen Spaß.
Es gibt so viele Möglichkeiten, an reine Energie ohne Diebstahl heranzukommen, dass es ziemlich dumm ist, etwas zu stehlen, was schon verunreinigt ist, um es klar zu sagen.
All das sei angemerkt, ohne karmische Beziehungen zu bemühen, diskarnierte Hülsen, die um den Vampir herumfliegen oder irgendwelcher anderer Psychomüll, den Schriftsteller wie Lovecraft erschöpfend beschrieben haben.
Es ist einfach zu simpel (und zu amüsant!), es schlecht zu machen und so arbeitsaufwändig, es richtig zu tun, dass weniger aggressive Mittel, die Kraft zu erhöhen, auf längere Sicht hin unweigerlich effektiver sind.
Fortsetzung folgt

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