Kundalini. Der persönliche Weg ins Neue Aeon
Seit einigen Wochen tummel ich mich fast täglich in verschiedenen esoterischen und satanistischen Foren des deutschsprachigen www. Kann ich jedem nur empfehlen. Ich zumindest lerne so Sprache und Interessen von Leuten, die an spiritueller Entwicklung interessiert sind, besser kennen. Tja, es bedienen sich die meisten einer eher ungenauen, verwaschenen Sprache, die Mißverständnisse, Halbwissen und damit Mißerfolg vorprogrammiert. Besonders verwaschen scheint mir die Vorstellung darüber zu sein, was ein Mensch hier auf der Erde, in dieser Inkarnation tun kann, um sie als ein leuchtender Stern zu verlassen.
von Angela Jekosch
Zunächst ein kleines Sammelsurium von teilweise inbrünstig vertretenen Überzeugungen zu diesem Thema:
1. „Alles lebt“ (wozu also sich bemühen). Auch Steine leben. Irgendeine der unendlich vielen möglichen Lebensformen werde ich nach dieser Inkarnation schon einnehmen. Wovon das abhängt, bzw. wer das entscheidet? Habe ich keine Aussagen zu gefunden. (vertreten z.B. von Schamanen)
2. „Jeder ist ein Stern.“ Diese Auffassung ist nicht ganz falsch, insofern als Jeder Mensch als ein Stern geboren wird. Oder auch: ein Sternenfünkchen in sich trägt. Wie stark und überlebensfähig dieses Sternenfünkchen indes nach dieser Inkarnation sein wird, ob es überhaupt noch brennt, hängt von den Entscheidungen, die jemand hier auf der Erde trifft, ab. Aussagen dazu bleiben im Dunklen. (vertreten z.B. von Hexen)
3. „Eigenliebe ist das Gesetz“. Ich muß in allem, was ich tue, meinem Willen folgen. Wenn sich mir jemand, und sei es ein anderer Stern, dabei stört („anmacht“ z. B.) hab ich das Recht, ihn aus dem Weg zu räumen, ihm zu schaden. Wer sagt denn, daß der Astralkörper ein Unsterblicher ist? ...was mit der Seele passiert, wenn der Körper das Zeitliche segnet? "Puff und Futsch" (vertreten z. B. von Satanisten)
Aus allen diesen Überzeugungen lese ich schon das Interesse heraus, dieses Leben hier auf der Erde nicht sinnlos verstreichen zu lassen oder hinter sich zu bringen. O.K., lese ich nicht nur raus, sondern bestätigt sich auch durch Nachfragen und Diskussionen. Und eine ungefähre Ahnung, daß man sich als Mensch nicht einfach den „objektiv gegebenen“ Zwängen dieser Gesellschaft überlassen sollte, sondern spiritueller (transzendenter) Erfahrungen bedarf, schwingt da schon auch mit. Mehr aber auch nicht. Von Wissen, wie das Ziel ein „leuchtender Stern“ zu werden, zu erreichen ist, kann keine Rede sein.
Was im Speziellen – soweit ich das überblicke – immer übersehen (verdrängt? ignoriert? bestritten?) wird, ist:
Mit der Befreiung der Kundalini kann ein Mensch den „Stern“, der er im Laufe seines bisherigen Lebens geworden ist, aus der materiellen Hülle des Körpers lösen. Dieser „Stern“ hat alle Erinnerungen und Erfahrungen, die Mensch gemacht hat, in seine Strukturen aufgenommen. Wir Menschen sind nicht darauf angewiesen, auf Reinkarnation zu hoffen. (Betonung auf „hoffen“). Wir können hier auf Erden schon dafür sorgen, in der Astralwelt uns weiterentwickeln zu können. Und sollten dazu weitere Inkarnationen sinnvoll sein – O.K. Aber diese Entscheidung dürfte jetzt hier in dieser Inkarnation eher noch nicht zu treffen sein.
Aber: Überlebensfähig in der Astralwelt ist ein „Stern“ nur, wenn seine Struktur ausreichend stark, flexibel, konsistent (widerspruchsfrei) und komplex ist.
- Ausreichend heißt: Er kann in der Astralwelt erfolgreich kommunizieren.
- Oder auch: Er kommt mit den komplexen, vagen, multidimensionalen Kommunikationsstrukturen in der Astralwelt klar. Ohne die Orientierung zu verlieren, ohne irreversibel falsche (selbstzerstörende oder selbstauflösende ) Entscheidungen zu treffen.
Denn Astrale Personen oder „Sterne“ sind zwar unsterblich im Sinne von: Sie müssen nicht an Altersschwäche sterben. Sich selbst zerstören, aus Schwäche auflösen, an Kommunikationsdefizit verhungern aber können sie durchaus.
Mit anderen Worten: Astral überlebensfähig wird ein Mensch nicht allein durch das Lösen der Kundalini, geschweige denn durch deren Vorformen wie dieses oder jenes „Erleuchtungserlebnis.“
Dieses Mißverständnis zu begreifen ist wichtig. Deshalb wiederhole ich das Gesagte gleich noch mal in anderer Form:
Nicht sehr viele, aber immerhin doch einige Menschen kennen sogenannte „Erleuchtungserlebnisse“. Das sind meist spontane, kurzzeitige Lösungsphänomene der Kundalini. Insbesondere sensible Menschen in extremen Situationen (Todesgefahr, Unfall, totale Erschöpfung, Schockerlebnisse, Krise) machen solche Erfahrungen.
Sie, Erfahrungen dieser Qualität, sind zweifellos – je nach Intensität – beeindruckender als alles, was man sonst so im Laufe seines Lebens an Erfahrungen macht. Klar. Ging mir auch so, daß ich mich schon nach dem ersten Mal als jenseits dieser Erde angesiedelt glaubte.
Die meisten von ihnen – ich damals auch - flüchten verwirrt so schnell es geht in ihren materiellen Körper zurück. Wenn sie den Komplexitäts-Overflow emotional überleben. Sie finden sich in der Astralwelt (noch) nicht zurecht.
Noch etwas gibt es zu bedenken: Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch ist unendlich komplex. Wie genau er seine eigene unendliche Komplexität mit der – nun ja, natürlich auch - unendlichen Komplexität der Astralwelt wird koppeln können, kann ihm niemand vorschreiben.
Steht also für jeden, der seine Sternenbahn finden will, die Frage:
- Wie kann ich mich hier ausreichend auf das Leben in der Astralwelt vorbereiten?
- Wer bestimmt, was „ausreichend“ ist? oder:
- Woran erkenne ich, ausreichend vorbereitet für die Astralwelt zu sein?
- Was kann ich tun, um jetzt hier auf Erden schon herauszufinden, wie ICH in der Astralwelt ankommen will. „Will“ bedeutet natürlich nicht „gerne möchte“, sondern:
- Welches ist der für mich passende, der mir persönlich gemäße und deshalb der für mich beste Weg?
Lauter W- Fragen. Zu denen man aber erstmal kommen muß. Auf der Hand liegen sie erst dem, der die Perspektive des Menschen als unsterbliches Astralwesen (Stern, Gott) verstanden und akzeptiert hat.
„Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.“ formuliert das Liber Al diese Perspektive (= Aufgabe, Ziel, Gesetz spiritueller Entwicklung) der Menschen im Neuen Aeon.
Ist aber die Perspektive erstmal klar und gewollt, ist der „Rest“ nur noch kluges Managment.
Die „Zauberworte“ oder Essentials dieses Managements sind leicht überschaubar: Lockerheit, Konzentration, Selbstbewußtsein, Vision. Ich geh erstmal drauf ein, was ich unter diesen Begriffen verstehe, bevor ich sie verknüpfe.
Lockerheit
Mit Lockerheit ist in erster Linie körperliche Lockerheit gemeint. Das heißt: Die Muskelverspannungen sind weitgehend aufgelöst. Die Energie, die in ihnen gebremst, blockiert wird, kann (wieder) frei fließen. Außer Link Körperübungen wie Yoga, Bioenergetik, Do-In etc. ist vor allem Tanzen geeignet, um unsere Verspannungen locker zu kriegen und aufzulösen. Eigentlich wollte ich es bei diesen Bemerkungen zum Thema Lockerheit belassen. Dann aber hat Ishtar vom „Hexenstern“ einen Entwurf dieses Artikels (auf meine Bitte hin) gelesen. Ihren, für mich sehr einleuchtenden Kommentar zum Thema „Lockerheit“ zitiere ich hier einfach:
„Lockerheit? *grübel * meinst du locker im Sinn von: unverkrampft an etwas rangehen, oder selbst einen gewissen Abstand zu allem zu haben? Lockerheit ist drüber zu stehen ... ah.. ich beginne zu verstehen, was du meinst. Ja .. stimmt ..... *gg *, guter Gedanke..., was auch Schlechtem sehr die Macht nimmt.“
Konzentration
Konzentration ist die Fähigkeit, seine gesamte Aufmerksamkeit, alle Gedanken, Gefühle, Empfindungen etc. willentlich auf ein selbst gewähltes Objekt (Vision, Visualisierung) zu lenken.
Das impliziert auch die Überzeugung, selbst entscheiden zu können (und zu wollen), worauf ich meine Konzentration lenke. Die viel beklagte und allgegenwärtige Flut von Reizen macht es den meisten nicht gerade leicht, diese Fähigkeit zu erwerben. Denn nicht nur Stimuli der Außenwelt zählen zu diesen Reizen, auch Gedanken, Gefühle, Hunger oder Körperverspannungen (sic!) stören Dich, wann immer Du sie läßt.
Trainieren läßt sich Konzentration z.B. sehr gut mit Computerspielen und natürlich durch tägliches Link Meditieren.
SelbstBewußtsein
ist die entscheidendste, vielleicht auch schwierigste Voraussetzung für das Lösen der Kundalini. SelbstBewußtsein kann man sich selbst auf Dauer nicht vorspielen. Man hat es – undifferenziert als ungebrochene Selbstgewißheit - von Natur aus. Verliert es im Laufe der ersten Lebensjahrzehnte zumeist. Und muß es neu erwerben.
Aber wie komme ich dahin? Nicht, indem ich mich in gesicherte Positionen dieser Gesellschaft hocharbeite. Nicht in dem ich mich als „Magier“ auf Kosten anderer profiliere. Der Weg ist einfacher – und schwerer: Ich muß so leben lernen, daß ich mir weitgehend sicher sein kann, daß das, was ich sage und tue, auch so meine. Mit anderen Worten, daß die Überzeugungen, nach denen ich handle, wahr, richtig und wahrhaftig sind.
Als Einzelkämpfer ist man da auf ziemlich verlorenem Posten. Da Menschen dazu neigen, sich selbst und andere zu täuschen, neigen sie auch zu Selbstzweifeln. Allein mit sich und seinen Zweifeln gerät Mensch früher und später i n einen unentwirrbaren Irrgarten von Zweifeln. Er braucht andere Menschen, Kommunikationspartner, um da wieder raus oder gar nicht erst hineinzukommen.
Mit anderen Worten: Der Mensch wird erst durch Menschen zum Menschen. Und Sterne erst durch Sterne.
Oder mit noch anderen Worten: „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“
Nicht automatisch indes, sondern wenn er (Mensch, Stern) sich an widerspruchsfreie Regeln im Umgang mit anderen hält.
Diese Regeln zu verstehen und zu lernen, nach ihnen zu handeln, ist das A und O, um Selbstbewußtsein zu erwerben, weil, (mach ich ganz kurz, bin aber für Nachfragen offen und dankbar):
1. Deinen Widersprüchen, mit denen Du Deine Energie zersplitterst, kommst Du schon durch konsequentes Anwenden widerspruchsfreier Regeln auf die Spur. Fast brauchst Du nur bereit zu sein, Deine eigenen Überzeugungen im einzelnen auf Schlüssigkeit zu überprüfen. Suchst Du Dir dann auch noch kompetente Partner, ist die Wahrscheinlichkeit schon recht hoch, daß Du brauchbares Feedback zum Muster Deiner Überzeugungen bekommst.
2. Durch Auflösen Deiner eigenen Widersprüche gewinnst Du mehr Power. Dein Astralkörper wird stärker. Power gewinnst Du aber auch schon allein durch Gemeinsamkeit und Intensität die entsteht, wenn Du Dich auf andere Menschen – so „entwicklungsexistentiell“ – einläßt.
3. Umso mehr Perpektiven anderer Du kennst, verstehst, liebst, kritisch würdigst und in Dein Weltbild an der richtigen Stelle integrierst, umso komplexer und flexibler wirst Du.
Alles zusammen stärkt Dein SelbstBewußtsein und damit Deine astrale Entwicklungsfähigkeit beträchtlich.
Wir nennen diese, jetzt folgenden Regeln deshalb: Die Basalnormen.
- Argumentiere!
- Bemühe Dich stets um einen vernünftigen Konsens!
- Bemühe Dich in allen Fällen, in denen Deine Interessen mit denen anderer kollidieren könnten, um einen vernünftigen praktischen Konsens mit ihnen!
- Bemühe Dich stets darum, zur möglichen Realisierung einer Idealen Kommunikationsgemeinschaft (Eschaton) beizutragen und trage stets dafür Sorge, daß die schon existierenden Bedingungen der möglichen Realisierung einer Idealen Kommunikationsgemeinschaft bewahrt werden.
Vision
Auch Vision ist kein Begriff, der sich automatisch selbst erklärt, deshalb untergliedere ich ihn in:
- Wissen über die Astralwelt. Zum einen gewinnst Du Erfahrungen mit dieser Welt durch Träume, Ätherkörperreisen, Divination etc.. Zum anderen kannst Du diese Erfahrungen, wie auch Aussagen anderer auf Konsistenz prüfen. Denn: Selbstwiderprüchliche Phänomene lösen sich in der Astralwelt sehr viel schneller auf als hier auf der Erde, wo sie noch ein Weilchen durch Fleisch und Knochen zusammengehalten werden. Ergo. Gibt es sie nicht.
- Wissen (Erkenntnis) über mich selbst. Was will ich in der Astralwelt tun, was bewirken? Welches sind meine Stärken? Was ist es, was nur ICH der Welt/ Astralwelt geben kann?
- Schließlich ist eine Vision nur dann eine, wenn sie Dich zieht. Oder: Du Dich von ihr ziehen läßt. Oder: Dein Wissen dazu führt, daß Du dahin willst und Dein Handeln so ausrichtest, daß Du auch hinkommst.
Zum Abschluß will ich noch ein paar Takte zu möglichen Mißverständnissen ob dieser vier Begriffe anfügen. Sollte ich mögliche Mißverständnisse übersehen haben, was leicht möglich, ja recht wahrscheinlich ist, füge ich gern weitere Takte an dieser Stelle ein. Fühle Dich bitte hiermit aufgefordert, mir Deine Ideen dazu mitzuteilen.
1.Lockerheit, Konzentration, Selbstbewußtsein und Vision sind interdependent. Wer z. B. ständig an sich selbst zweifelt, verkrampft sich und auch seine Gedanken sind bei seinen diversen Zweifeln. Von der Fähigkeit, sich einpunktig auf ein „Objekt“ konzentrieren zu können oder seine Vision präsent zu haben, ist er weit entfernt. Anders herum bewirkt ein substantieller Fortschritt in einem der vier Bereiche, daß man auch in den anderen drei ein leichteres Händchen bekommt.
2.Ob jemand seine Vision gefunden hat und ihr zu folgen beginnt, erkennt der interessierte, liebende Mitstreiter u.a. an dessen Ausstrahlung und Lockerheit.
3.Würde jemand permanent vollständig locker, konzentriert und selbstbewußt seiner (Astral-) Vision folgen, würde die Kundalini sich quasi natürlich lösen lassen. Da wir es aber hier auf der Erde ständig mit materiellem Widerstand, Reizüberflutungen und Irrtümern, Irritationen, Mißverständnissen zu tun haben, sind diese 100% nur theoretisch möglich. 100 % sind auch nicht nötig und wie weit jemand sich an dieses Ideal angenähert haben muß, ist individuell sehr verschieden.
4.Wann genau jemand soweit ist, das Risiko guten Gewissens sich selbst und seinen Mitstreitern gegenüber wagen zu können, ist trotzdem erkennbar: Sobald er ausreichend stark, flexibel, konsistent und komplex ist, sieht er den für ihn geeigneten Weg deutlich vor sich und ist bereit, ihn zu gehen.



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