Die Hopi-Prophezeiungen: Eine letzte Chance
geschrieben für den “Jackson Hole Guide” von Carol Mann, 2002

dt. von Knut Gierdahl

Teil eins

David Bearclaw Abrams Augen bekommen etwas Träumerisches, wenn er darüber spricht, wie dringend es ist, die Menschen, alle Lebensformen und unsere Erde zu lieben, zu ehren und zu respektieren. Seine Augen sind flehend nach oben gerichtet, um Aufmerksamkeit zu erringen, denn David kennt die Prophezeiungen der amerikanischen Ureinwohner zu unserer Zeit.

Sie sehen das unmittelbar drohende Ende dieser Weltschleife und möglicherweise das Ende der menschlichen Rasse vorher, es sei denn, wir finden schnell zu einem Weg des Inneren, zu uns selbst, zurück.

David ist Angehöriger der Cherokee. Er lebt in Star Valley und ist Medizinmann und Sonnentänzer. Er lebt und lehrt die indianische Lehre von Mitakuye Oyasin, die besagt, daß alle Menschen miteinander und mit allem in Verbindung stehen.

Er gehört zu den vielen Indianer-Ältesten, die vom Spirit gedrängt werden, über die Prophezeiungen zu sprechen und sie zu verbreiten. Wir haben uns viele Stunden unterhalten. Ich habe vor, einige Artikel über unsere Gespräche zu schreiben.

Die indianische Tradition der Prophezeiung hat viele Bezüge und Quellen. Weit bekannt sind die Hopi-Prophezeiungen, die auf Steintafeln geschrieben wurden. Sie sind 10000 Jahre oder noch älter und werden seither von den Hopi bewahrt. Es gibt auch eine Zeichnung auf einem großen Sandsteinfelsen bei dem Dorf Oraibi, die “The Hopi-Life Plan” genannt wird.

Die Tafeln und die Zeichnung enthalten Anweisungen für ein friedliches Miteinander aller und Warnungen, wenn die Menschheit den Pfad des Friedens verläßt. Die Lehren besagen, daß zu Beginn dieser Weltschleife der Große Geist jeder der vier menschlichen Rassen zwei Tafeln mit Anweisungen darüber gab, wie man in Harmonie mit dem Großen Geist lebt und was geschieht, wenn diese verletzt wird. Wie eben erwähnt, sind die zwei Tafeln für die roten Menschen bei den Hopi; zwei Tafeln für die schwarzen Menschen sind sicher in Kenia aufbewahrt. Die zwei Tafeln der gelben Menschen sind in Tibet, und die zwei, die den weißen Menschen gegeben wurden, sind in der Schweiz.

Die ursprüngliche Absicht war, daß alle Generationen nach den Richtlinien dieser Tafeln leben und mit der Zeit alle Rassen in Frieden zusammenkommen würden. Sie würden ihr ganzes Wissen und ihre Kulturen zusammenfügen und zusammen eine große Zivilisation auf dieser Grundlage erschaffen. Jeder Rasse wurde auch eine Verantwortlichkeit, ein Schutz einer spezifischen Gabe übertragen, die sie zu meistern hat, um sie danach mit jedem anderen zu teilen und um die eigene Ausrichtung des allgemeinen Großen Gesetzes für die Dauer dieser Weltschleife zu ermöglichen.

Den roten Menschen wurde die Bewahrung der Erde aufgegeben und sie wurden beauftragt, die Geheimnisse der Erde zu lernen, besonders in bezug auf Nahrung und Heilmethoden, die die Erde so reichlich bietet.

Die gelben Menschen wurden mit dem Schutz der Luft und des Windes gesegnet und beauftragt, den Himmel und den Atem zu verstehen und zu erforschen, wie man dieses Wissen für Gesundheit und spirituelles Wachstum umsetzt. Den schwarzen Menschen wurde die Verantwortung für das Element Wasser gegeben, das als das bescheidenste gilt und das stärkste; sie sollten die Geheimnisse des Wassers erlernen und der Menschheit weitergeben.

Den weißen Menschen wurde der Schutz von und die Sicherung des Feuers gegeben. Der Funken des Feuers des Weißen Mannes ist in jedem Teilbereich der Technologie zu finden. Feuer bewegt. Feuer katalysiert. Feuer erleichtert Transformation.

Dann wurde jede Rasse in eine andere Himmelsrichtung gesandt… nördlich, südwärts, nach Osten und nach Westen… jede Gruppe mit ihren besonderen Gaben, die sie für die Welt entwickeln sollte, damit sie dadurch realisiert, wie sie ihre Gabe in Übereinstimmung mit dem allgemeinen, höheren Gesetz handhaben kann.

Allen wurde auch aufgetragen, diese Tafeln nie zu vernachlässigen oder zu vergessen, denn, wenn irgendwelche der Brüder oder Schwestern dies taten, würde es nicht nur harte Zeiten geben, sondern das Leben der Erde selbst

wäre in Gefahr.

Die Hopi-Prophezeiungen sagten voraus, daß viele der Völker nicht den ursprünglichen Anweisungen folgen würden, daß alles Leben heilig und Teil des eines Pfades sei. Darum wurde erklärt, daß der Große Geist die Erde dreimal erschüttern würde, in drei Epochen, wenn zu viele Menschen in Habsucht, Eigennutz und in Trennung vom Inneren verfallen würden.

Jede große Erschütterung der Erde sollte dazu dienen, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um den eingeschlagenen Weg zu ändern. Jede Zeit würde die Möglichkeit beinhalten, sich neu auszurichten, um alles Leben zu ehren und zu lieben. Schließlich sagten sie eine Zeit der Reinigung voraus, eine letzte kurze Gelegenheit, damit jeder Mensch zum Pfad des Herzens zurückfindet, bevor es kein Zurück mehr gibt. Dann würde die gesamte Erde gereinigt werden, und nur die, die den Pfad des Friedens wählen, würden überleben, um gemeinsam das nächste Zeitalter zu erschaffen.

Entsprechend den Hopi- und anderen Prophezeiungen der amerikanischen Ureinwohner leben wir heute in der Zeit der Reinigung. Wir nähern uns der dritten Erschütterung der Welt. David Bearclaw Abrams spricht mit weicher und leichter Stimme, wenn er mir diese Zeiten erklärt. Und seine Augen beschwören uns, ihm zuzuhören. In Teil 2 gibt es einen Überblick bereits erfüllter und noch ausstehender Vorhersagen. Außerdem beschreiben wir, was jeder Mensch tun kann, um diese Zeit der Reinigung zu nutzen.

Teil zwei

David ist einer von vielen indianischen Ältesten, die vom Geist ('Spirit') gedrängt werden, diese Lehren zu verbreiten. Es gibt immer die Möglichkeit, daß die Menschheit aufwacht und einen Pfad des Friedens einschlägt, selbst wenn anfangs nur ein Mensch versteht. Im folgenden wollen wir über die Prophezeiungen sprechen, die bereits eingetreten sind, damit Sie deren Grundrichtung und Genauigkeit erkennen.

Die Hopiprophezeiungen auf den zwei Steintafeln sagen, daß in Zukunft die vier menschlichen Rassen, rot, schwarz, weiß und gelb, zusammenkommen könnten, um ihr Wissen zu teilen und eine neue globale Zivilisation zu erschaffen, die auf der Einheit der menschlichen Familie basiert. Sie sagen, daß die ersten Brüder und Schwestern der anderen Rassen, die zu den Hopi zurückkommen würden, als Schildkröten kommen würden.

Sie würden Menschen sein, aber sie würden wie Schildkröten aussehen. Vor sechshundert Jahren, als der Zeitpunkt für diese Prophezeiung nahe schien, bereiteten sich die Hopi vor, die ersten Brüder und Schwestern anderer Rassen zu begrüßen. Sie sahen die spanischen Konquistadoren zu ihnen kommen in Rüstungen, die wie Schildkröten aussahen. Die Hopi begrüßten die Spanier.

Aber die Spanier reagierten nicht genau so. Sie gaben den Hopi wertlosen Schmuck. Unter den Indianern erzählte man, daß einige Brüder und Schwestern die Bedeutung des Händedrucks vergessen hatten. Das zeigte, daß sie das Wissen um die Heiligkeit aller Dinge und das Einssein der menschlichen Familie verloren hatten, die der Händedruck ausdrückt. Die Hopiältesten deuteten dies als Vorzeichen harter Zeiten; jeder auf Erden würde bald unter diesem Vergessen leiden.

Die Prophezeiung erklärte auch, daß Jahrhunderte später andere Brüder und Schwestern aus dem Osten kommen würden. Wenn die Indianer erfolgreich waren, wenn sie diese und alle anderen Neuankömmlinge anderer Rassen unterrichteten, daß alles Leben heilig ist und daß wir als eine Familie leben müssen, würde es Frieden auf Erden geben. Aber wenn nicht alle diese Überzeugung teilten, bevor die Neulinge das Land durchzogen, würde der Große Geist die Erde mit seiner Hand ergreifen und erschüttern.

Der Countdown zur ersten Erschütterung begann mit der Rassentrennung. Die erste Erschütterung der Erde wurde später Erster Weltkrieg genannt. Die Hopi nannten 3 weitere Zeichen, die dem vorhergehen sollten:

1. Nachdem der weiße Mann die Westküste erreichte, würde er ein schwarzes Farbband (Highways) aufbauen, das sich über das Land ausdehnt. Auf dem schwarzen Farbband würde es einen Käfer geben, der sich auf dem Land verschiebt. (Henry Fords erstes Auto, das T Modell, ging 1908 in Serienproduktion)

2. Die Erschütterung der Welt würde so stark werden, daß der Käfer den Boden verläßt und in die Luft weggehoben würde, und er würde die Himmel erobern. (Flugzeuge wurden in der militärischen Entwicklung während des 2. Weltkrieges in Massen benutzt)

3. Am Ende dieser ersten Erschütterung würden die Käfer (in der Luft) überall sein. Wenn die menschliche Familie nach der ersten Erschütterung in Frieden zusammenkäme, würde es keine Krisis mehr geben. Andernfalls aber wäre es der Beginn der zweiten Erschütterung. Die Krise könnte jederzeit gestoppt werden, wenn alle vier Rassen zum Pfad des Inneren zurückkehren.

Die Seher sagten voraus, daß es im Landeswesten eine Sitzung für den Frieden geben würde. Die indianischen Ältesten schrieben Präsident Woodrow Wilson einen Brief, in dem sie darum baten, die Indianer in die neugegründeten Vereinten Nationen einzubeziehen. Der Brief wurde nicht beantwortet. Die Ureinwohner wurden aus der Liga der Nationen ausgeschlossen; der Bund der Rassen der Welt war unvollständig. Die Ältesten wußten dann, daß es noch keinen Frieden auf Erden geben würde.

Die Hopiprophezeiungen sagten als größten Fehler der weißen Rasse, den Schützern des Feuers, die Entwicklung eines Kürbisses der Asche voraus. Die Ältesten hätten über das tödliche Potential des Kürbisses der Asche (Atombombe) gesprochen, wenn sie zur Liga der Nationen 1920 zugelassen worden wären.

Hinter den Käfern, die in den Himmel fliegen, würde eine Spur von Schmutz sein. Schließlich würde der ganze Himmel von den Spuren dieser Käfer schmutzig werden. Das würde viele Krankheiten verursachen. Ein Spinnennetz würde um die Erde aufgebaut und Menschen würden über dieses Spinnennetz sprechen. Sobald das Sprechnetz aufgebaut wurde, würde das indianische Zeichen des Lebens aufgehoben und in sein Gegenteil verkehrt. Außerdem würde das Zeichen des Lebens (später genannt die Swastika der Nazis) mit dem Zeichen der Sonne gleichgesetzt, aber der Sonne würde am falschen Platz sein. Das Symbol der Swastika und das Sonnensymbol in der japanischen Flagge sind beide in der Felstafel des Hopi-Live-Plans bildlich dargestellt.

Die zweite Erschütterung der Erde begann. Die Seher sagten voraus, daß der Kürbis der Asche aus der Luft fällt und die Menschen wie Blätter in einem Präriefeuer verbrennt, und die Erde in jenen Regionen würde für viele Jahre unfruchtbar sein. Nachdem die zweite große Erschütterung vorüber ist, sagte die Prophezeiung den nächsten Versuch voraus, einen Weltfrieden zu etablieren. Er würde in einem speziellen Haus aus Quarz (d.h., Glas; ein dünnes lichtreflektierendes und –durchlässiges Material, das in dünnen Scheiben hergestellt wird) an der Ostküste der Schildkröten-Insel (Amerika) unternommen werden. Alle Völker der Erde würden zu diesem Haus kommen.

Als die Ältesten sahen, daß das Gebäude der UN aus Glas gebaut wurde, und wie ein Haus des Quarz aussieht, entschieden sie, zur Tür dieses Hauses zu gehen, als sie sich öffnete. Da sie keinen Zutritt zur Liga der Nationen erhielten, wollten sich die Indianer-Ältesten an die oberste Stelle wenden. Eine Abordnung der Ältesten ging nach New York und bat, als Mitglied der UNO zugelassen zu werden. Sie wollten die Nationen der Erde ansprechen, weil die Prophezeiungen anzeigten, daß die Zerrissenheit der Menschheit ein großer Fehler ist.

Als über die Aufnahme der Indianer entschieden wurde, stimmten die Vereinigten Staaten gegen den Antrag. Die Ältesten erkannten, daß die Vereinten Nationen nicht Frieden für alle bringen würden und es mehr Durcheinander und Trennung vom Pfad des Inneren geben würde.

Noch bemüht, die Menschheit zu informieren, autorisierten die indianischen Völker bestimmte Vertreter, den anderen Menschen auf englisch von den Prophezeiungen auf den Steintafeln zu berichten. Sie sollen die einst geheimen Prophezeiungen und deren zusätzliche Zeichen vor der 3. Erschütterung erläutern.

David und ich bringen auch Vorschläge, wie jeder Einzelne die heftigste Krise abwenden oder zumindest mildern kann, wenn sie eintritt.

[der vollständige Text, inclusive Teil III, ist in der Printausgabe]