Teil I, Woran erkennt man eine seriöse Hexe?

von Lotrimar

Der Begriff Hexe wird heutzutage inflationär belegt. Jedes pubertierende Schulmädchen mit einem Egoproblem hängt sich ein Pentagramm um den Hals, kauft sich Theas Hexenkalender und hält sich danach für eine Hexe. Das mag platt und polemisch klingen, aber ich werde diese zugegeben nicht sehr elaborierte These im weiteren Verlauf der Artikel untermauern. Bis dahin soll dieser Satz als Provokation und Denkanregung stehen bleiben.

Dass der Begriff Hexe von Hagazussa abgeleitet wurde, dürfte heute schon zum Allgemeinwissen zumindest der etwas intelligenteren Vertreter der magischen Szene gehören. Die „Zaunreiter“, wie der Begriff übersetzt lautet, waren zur Zeit der ersten Schriftzeugnisse über dergleichen Phänomene entweder Menschen, welche mit schamanischen Praktiken arbeiteten oder Nachkommen verschiedener heidnischer Mysterien, was sich nicht ausschloss, aber nicht unbedingt immer derartig verbunden war. Die Völvas, germanische Seherinnen, die Benandanti, italienische Hexen und andere waren die Anhängerinnen und Anhänger alter magischer Traditionen, welche noch zurück reichten in die Zeit vor der indogermanischen Eroberung. Im Laufe der Zeit kamen natürlich neue Elemente hinzu, andere wurden verändert und abgelöst, mutatis mutandi, dennoch lebte die Tradition von heidnischen Restbeständen des ureuropäischen Schamanismus fort.
Auch aus einigen Anklagen der Inquisition lassen sich noch einige heidnische Praktiken entschlüsseln. Das finstere Mittelalter und die ebenso finstere frühe Neuzeit brachten die flächendeckende Auslöschung und Ausrottung heidnischer Traditionen und Überlieferungen mit sich. Wer etwas über Kräuter wusste, empfängnisverhütende Mittel oder solche zur Abtreibung kannte und auch noch Dinge vertrat, welche der ach so heiligen Kirche nicht in den Kram passte, landete oft schneller auf dem Scheiterhaufen als er „Rumpelstilzchen“ sagen konnte.
Durch die flächendeckende Auslöschung der missliebigen heidnischen Konkurrenz ging viel Wissen verloren. Das Sanctum Offizium, welches die Inquisition leitete, wurde später in „Kongregation für die Glaubenslehre“ umbenannt und existiert noch heute.

Dennoch lebten verborgen alte Traditionen weiter und 1951 trat Gerald Brosseau Gardner an die Öffentlichkeit, nachdem in Großbritannien der „Witchcraft Act“ abgeschafft wurde. Er verkündete einer staunenden Öffentlichkeit, dass der alte Kult der Göttin und des Gehörnten, Wicca genannt, nach angelsächsisch „wicce“ (weise) immer noch existiere. Er selbst war im New Forest von einem Coven (Zirkel, eigentlich abgeleitet von „conventus“ = Zusammenkunft) ausgebildet und von einer Hexe namens Dorothy Clutterbuck initiiert worden. Schon vorher hatten Wissenschaftler wie Margaret Murray und Margot Adler eine prächristliche und uralte Tradition postuliert. Gardner konnte sich nun vor Anfragen nicht mehr retten. Alex Sanders, Begründer der Alexandrian Wicca, wurde anscheinend von einem Paar aus dem Gardnerian Wicca ausgebildet und initiiert.

Im Hexischen, das nicht nur eine magische Praxis ist, sondern auch immer im Kontext mit dem Hintergrund gesehen werden muss, handelt es sich um eine Religion, welche von einer Grossen Göttin und dem Gehörnten Gott ausgeht. Oft werden die Götter der antiken Religionen als Aspekte oder Teilpersönlichkeiten der beiden angesehen. Man kann es sich so vorstellen, wie das taoistische Yin und Yang, von welchem die einzelnen Teilaspekte ausgehen.
Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, müssen einige Dinge doch gesagt werden, um verzerrte Bilder zu korrigieren. Da die Religion der Hexen, die Urreligion der Grossen Göttin und des Gehörnten ist, eine prächristliche heidnische Naturreligion, die aus dem Schamanischen hervorging, hat sie nichts mit dem Christentum zu tun, und Dogmen wie Himmel und Hölle, Satan und der ach so „liebe“ Gott der Monotheisten haben in ihnen ebenso wenig einen Platz wie eine Erlöserfigur in Form eines Zimmermannes der an einem Erzeugnis seiner eigenen Zunft den Tod fand.
Hexen sehen das Göttliche als immanent an, als allgegenwärtig in den Erscheinungen der Natur: Blitz und Donner enthalten ebenso Göttliches wie Hitze und Kälte, Baum, Berg und Quelle, Hunger, Durst, Nahrung und Leidenschaft.

Das Bild einer „schlechten“ Welt aus der man „erlöst“ werden muss, ist christlich und dem Hexischen völlig fremd und entgegengestellt.

Keine Hexe wird jemals von „Gott“ reden, höchstens von der Göttin und dem Gehörnten Gott oder einzelne Götter mit Namen nennen, seien es nun germanische, keltische, griechische oder andere.

Hexentum: die europäische Variante des Schamanismus

Alles Lebendige ist beseelt, hat ein Bewusstsein und eine Rolle im ständigen Zyklus des Entstehens und Vergehens. Der Tod gilt für die meisten von ihnen nur als Zwischenstation.

Zwar muss zugestanden werden, dass auch fremde Elemente einflossen, so wie viele Hexen heutzutage an eine progressive Reinkarnation glauben, aber alle Hexen, die ich kenne, beschäftigen sich sehr stark mit Schamanismus.
Die Geister der Ahnen werden von vielen Hexen verehrt, ebenso wie einige von ihnen inzwischen tastende Versuche machen, wieder mit Totems und Krafttieren in Kontakt zu kommen und mit ihnen zu arbeiten, was ursprünglich eine weltweit verbreitete Praxis des Schamanismus war und ist. So konnte auch Lotan Frantz, ehemaliger Leiter der Hexenschule Hannover sagen, dass Hexentum die europäische Variante des Schamanismus sei.

Ebenso wie im Schamanismus gehört im Hexischen die sogenannte Schattenarbeit dazu, eine konstruktive Auseinandersetzung mit den verborgenen Persönlichkeitsanteilen, bzw. Prägungen und Charaktereigenschaften. Ziel der Schattenarbeit ist es, mit sich selbst und der Umwelt besser ins Reine zu kommen, das eigene Potential zu verbessern, aber auch konstruktiver, freier, weiser zu werden. Es ist eine aktive, manchmal äußerst schmerzhafte Form der Umprägung, Befreiung von bürgerlichen Verklemmtheiten und gesellschaftlichen Zwängen und die Verarbeitung von Traumata. Zum Hexischen gehört auch im günstigsten Fall das Erleben von Tod und Wiedergeburt, um aus einem larvalen Stadium in ein bewusstes überzugehen. Ich kann das hier in dem kurzen Zeitraum und auf dem engen Platz nur anreißen. Dennoch muss ich das hier vorausschicken, damit wenigstens der Ansatz eines Verständnisses gegeben ist, WAS Hexe bedeutet.

Zum Hexischen gehört auch der Glaube und die Praxis der Magie. Es gibt Rituale, Anrufungen, und auch Zauber für jede Lebenslage. Dennoch ist der beste Zauber derjenige, den man gar nicht erst anzuwenden braucht. Hexen sind praktisch denkende Menschen und überlegen, bevor sie handeln. Nicht nur das Pendeln der „Hagazussa“ zwischen beiden Welten, der spirituellen und der materiellen, die ja eigentlich ineinander verwoben sind, kennzeichnet sie, sondern auch die Beeinflussung, Veränderung oder Erschaffung von Realität. Da alles mit einander vernetzt ist, kommt der Anwendung von Magie natürlich hohe Verantwortung zu. Tanz, Gesang, Farben, Gerüche, Freude und Jauchzen gehören ebenso dazu wie eine Mischung aus Ehrfurcht und Humor. Während Zeremonialmagier lange Berechnungen machen und aus Sicht vieler Hexen und deren Verständnis Umstandskrämerei, sind hexische Rituale kurz, voller Überraschungen und manchmal auch nicht ohne Situationskomik, aber dennoch zielgerichtet, konzentriert, aufmerksam und effektiv.

Ehe hier der Aufschrei erfolgt: Zeremonialmagier haben eine andere Herangehensweise, ja, aber das soll nicht heißen, dass ihre Magie nicht ebenso effektiv ist wie die, der Hexen. So wie Ayurveda und traditionelle chinesische Medizin Berührungspunkte haben, sich aber doch sehr unterscheiden und letztendlich beide das Ziel haben, zu heilen, so sind Hexerei und Zeremonialmagie beides magische Schulen mit ähnlicher Zielsetzung, nämlich Erschaffung von Realität.

Die Naturverbundenheit von Hexen ist sprichwörtlich, und viele von ihnen, zumindest hierzulande, könnten auch als Überbleibsel der Hippies oder der Ökobewegung der Achtziger durchgehen, rein vom äußerlichen Erscheinungsbild.

Doch ich schlage einen Bogen zum Anfang: Aus dem Gardnerian Wicca und dem Alexandrian Wicca gingen andere Zweige hervor, die auch in den USA und anderen Ländern Fuß fassten. Von einem Seitenzweig des Gardnerian Wicca, der Fairy-Tradition (Achtung, unter dieser Bezeichnung, teilweise mit verschiedenen Schreibweisen, laufen verschiedene Traditionen), wurde Starhawk ausgebildet, die mit ihren Büchern „The Spiral Dance“ (Der Hexenkult als Ur-Religion der Großen Göttin), „Dreaming the Dark“ (Wilde Kräfte) und „Mit Hexenmacht die Welt verändern“ (Originaltitel entfallen) hierzulande bekannt wurde.

Starhawks Tradition unterschied sich vom traditionellen Wicca durch das Fehlen von ausdrücklichen Initiationen und der Abwesenheit eines Gradsystems. Reclaiming, so der Name dieser Richtung, ist wesentlich stärker politisch eher links und ökologisch engagiert und oftmals stark feministisch orientiert. Wicca und Reclaiming, aber auch die nicht direkt von einer der beiden Gruppen abstammende Richtung der Dianics (Dianische Hexen) wirkten auf Europa zurück. Hatte es auf dem Kontinent eher wenige Hexen, jedenfalls aus dem Wicca gegeben, bekam Wicca jetzt nicht nur Zulauf, auch die anderen Richtungen fanden Anhänger.

Teilweise bildeten sich auch mehr oder weniger seriöse Mischformen heraus, die jedoch schwer auszumachen sind, da die Szene inzwischen völlig unübersichtlich geworden ist.
Aus historischen Gründen ist es verständlich, dass Hexen die Kirche, welche auch immer, ablehnen und ebenso den patriarchalen, naturfeindlichen Religionen des Monotheismus ablehnend gegenüberstehen.

Um es nochmals kurz zusammenzufassen: allen Richtungen des Hexentums ist gemeinsam, dass sie naturverbunden, polytheistisch, animistisch, pantheistisch und äußerst kritisch bis offen ablehnend gegenüber allem sind, was aus den Wüstenreligionen (die geneigte Leserschaft verzeihe mir bitte diesen nicht ganz politisch korrekten Begriff) kommt und hervorging. Hexen haben ein heidnisches, das heißt in dem Sinne natürliches lockeres ungezwungenes Verhältnis zu ihrem Körper, zur Nacktheit und zur Sexualität.

Hexen arbeiten an der Verbesserung ihrer Selbst und ihrer Umwelt, stehen den Problemen der heutigen Zeit bewusster gegenüber als der „Joe Sixpack“, welcher sich nur für die Ergebnisse der Bundesliga und die neu eröffnete Diskothek interessieren. Auch haben sie ein realistisches Bild ihrer selbst und der Welt, in der sie leben. Noch etwas: Hexen gehören beiden Geschlechtern an. Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Hexen, auch wenn dies den Extremfeministinnen nicht paßt.

Soweit einige Vorbemerkungen. Abgesehen von solchen Nettigkeiten, wie von grünweißen Ordnungshütern oder Förstern bei Ritualen in der freien Natur gestört zu werden, kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich des Verständnisses, was Hexen sind und was nicht. Die Maschinerie der Verfolgung und Desinformation der letzten 2000 Jahre sind nicht ohne Folgen geblieben.

So werden Hexen heute noch in vielen Hollywoodproduktionen als Witzfiguren („Charmed“), böse alte Vetteln („Hexen hexen“), Teufelsanbeter (zuviele Produktionen, um sie alle aufzuzählen) oder Haufen von pubertierenden Idioten dargestellt („Der Hexenclub“).

Hinzu kommt die mächtige Propagandamaschinerie der christlichen Fundamentalisten, die solche „Nettigkeiten“ hervorbringt wie William Schnoebelens „Wicca - Satan’s little white lie“ („Wicca - Satans Notlüge“ - glücklicherweise nicht auf Deutsch erschienen. Wenigstens das blieb uns bisher erspart) Rebecca Brown’s „Er kam um die Gefangenen zu befreien“ und Doreen Irvine‘s „Königin der Schwarzen Hexen“. Diese Machwerke finden einen reißenden Absatz. Hinzu kommen entstellende Berichte gewisser Blätter und Sendungen, das von keinerlei Sachkenntnis getrübte Gerede irgendwelcher Sektenbeauftragter und fundamentalistischer Volksverhetzer.

Die eigentliche Gefahr aber droht aus einer ganz anderen Ecke. Es ist die Kommerzialisierung des Begriffes Hexe.

Da er nicht rechtlich geschützt ist, kann sich wirklich jeder diesen Titel ankleben und missbrauchen. Abgesehen von Hochstaplern, die behaupten, in Wicca initiiert zu sein und es niemals waren, gibt es noch einen ganzen Haufen obskurer Figuren, welche sich auch gern dem sensationsverwöhnten Massenmenschen in Talkshows präsentieren und einen Unfug erzählen, dass sich einer echten Hexe die Fußnägel aufklappen. Ich rede nicht von der Sendung 1993 oder 1994 „Live aus dem Schlachthof“, wo seriöse Hexen seriöse Statements machten, sondern von Brüllshows und anderen Erzeugnissen der populären Medienkultur.

Wer bis hier gelesen hat, wird sich davon ein gutes Bild machen können. Schlimm auch die Rattenfänger in den Zeitungen, welche Liebeszauber und Flüche für jede Gelegenheit anbieten oder Kartenlegen per Telefon und sich dabei irgendwelche interessant klingenden Namen geben. Gut, das mit den interessant klingenden Namen hat Tradition, da früher Hexen sich oft nur bei ihren Codenamen kannten, um sich nicht bei der Inquisition denunzieren zu können. Der eigentliche spirituelle Aspekt des Hexennamens wird von den McDonaldisierern des Scheinhexentums weggeschoben und dient nur dem Kommerz. Wer glaubt schon einer Annemarie? Hexe Tabea klingt da doch viel griffiger.

Da es nicht wie vor 2000 Jahren eine Art hexischer Infrastruktur gibt, wo jedes Dorf seine Hexe, weise Bruja oder seine Chrüütermandli (Kräutermann) und Spökenkieker (Spukseher) hatte, sondern wir in Großstädten leben, über 2000 Jahre monotheistisch indoktriniert wurden, ist es natürlich schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Doch Schritt für Schritt: Woran erkennt man eine seriöse Hexe?

1. eine seriöse Hexe redet nie von „Gott“, höchstens vom „Gott der Christen“ und das ziemlich kritisch, vom Gehörnten Gott oder von der einen oder anderen heidnischen Gottheit, z. B. „der Gott Thor“. Sätze wie „Gott hat dies gemacht oder das gemacht“, oder „Gott will, dass...“ sind absolute No-Nos, da nicht vereinbar mit dem Glauben der Hexen. Hexen leben ihr Hexentum und praktizieren ihr Hexentum IMMER im Kontext einer polytheistischen Naturreligion mit dem Mittelpunkt der Göttin und des Gehörnten! Der christlich geprägte Begriff „Gott“ als Eigenname hat dort keinen Platz! Wird sie bei weiterer Unterhaltung stur und leiert immer wieder den Spruch herunter, alle Götter seien ein Gott und alle Göttinnen eine Göttin, dann stimmt etwas nicht! Ist sie extrem tolerant den Christen gegenüber, hält sich an irgend welche monotheistischen Tabus oder bezeichnet sich sogar als Angehörige einer bestimmten monotheistischen Gruppe, ist sie keine Hexe.

2. Frage sie nach ihrer Lineage (Stammbaum, Herleitung). Frage sie, wer oder welche Tradition sie ausbildet oder ausgebildet hat. Ist sie nachprüfbar Wicca, ist sie Hexe. Ist sie von einer oder einem Wicca ausgebildet worden, aber nicht initiiert oder autorisiert, zu lehren, ist sie keine Hexe. Ist sie autorisiert, ist sie Hexe. Ist sie eine Reclaiming, kann es schwierig werden. Kennt sie noch nicht mal den Namen, führt aber Starhawk im Mund, ist Vorsicht geboten. Dianische Hexen sind Hexen, da sie sagen können, wer sie ausgebildet hat. Weigert sie sich sogar, den Namen einer Tradition anzugeben, was bei keiner Linien üblich ist, dann ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Hochstaplerin. Wahre Hexen sind immer von irgendwem aus einer seriösen Lineage, deren Name auch genannt werden darf, ausgebildet worden.

3. Plappert sie in der Öffentlichkeit laut über irgendwelche magischen Details, dann ist sie eine Pseudo. Eine Hexe wird immer zusehen, dass keine Zeugen anwesend sind, zumindest keine, die nichts mit dem heidnischen oder hexischen Background zu tun haben. Das „Wisse, wage, wolle, schweige!“ ist auch bei Hexen gang und gäbe. Eine Hexe wird auch nicht jedem auf die Nase binden, was sie ist.

4. Hexen werden niemals die Ergebnisse eigener Schusseligkeit, z. B. eine Kerze, die einen Brand verursacht, als das Ergebnis eines magischen Angriffes oder eines „Feuerdämons“ ausgeben.

5. Wahre Hexen werden, obwohl aus einer anderen Linie stammend, eingedenk der Tatsache, dass die neuen Gründerväter, welche das Hexentum wiederbelebt haben, auch in magische Orden initiiert waren, niemals die Erkenntnisse oder die Mitglieder des Golden Dawn madig machen, vielleicht mit der Ausnahme von Aleister Crowley, welcher ja nun wirklich jemand ist, an welchem sich wohl ewig die Geister scheiden werden. Ebenso werden sich wohl ewig die Geister an den Freimaurern scheiden.

6. Echte Hexen wissen, was Gardnerian, Alexandrian, Reclaiming, Dianic sind und wissen auch mit Namen wie Gerald Gardner, Alex Sanders, Vivianne Crowley und Starhawk etwas anzufangen. Wer noch nicht einmal die ersten drei Namen einordnen kann, ist auch keine Hexe, denn nichts über die bekanntesten Vertreter/innen der Hexenbewegung zu wissen, zeugt von Uninformiertheit.

Echte Hexen sind „Witches by heart“, das heißt, sie leben ihr Hexe-Sein konsequent, ohne jedoch immer und unbedingt an die große Glocke zu hängen, was sie sind. Hexen haben ein gesundes Verhältnis zum Körper und zur Sinnlichkeit. Bis zur Unkenntlichkeit zugeschminkte aufgebrezelte Leute, die sich als Hexen bezeichnen, sind höchst wahrscheinlich keine, und das Badezimmer einer Hexe sieht auch nicht aus wie ein Ersatzteillager. „Hexen“, die sich schämen, bei Skycladritualen (Nacktheit bei Ritualen) mit zu machen oder bei einem Ausflug an einen See nackt zu baden, sind Möchtegerns, denn sie sind zu feige, zu ihrem Körper zu stehen und haben immer noch die monotheistische Prüderie verinnerlicht. Da ist auch eine Traumatisierung keine Ausrede, denn Schattenarbeit kann dies bewältigen.

Im zweiten Teil dieses Beitrages erfahrt ihr dann Lotrimars Positionen zur Dionysischen Matrix und zu Ursachen der Psychopathologie von Pseudohexen.