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Das Gesetz der Festung
Eine kleine Betrachtung über die Liebe, das große Geheimnis vom Hause Gottes
Timm und Struppi in Portugal, Teil II
von Fürst Claas vom Mars
Ein Tag in Tamera beginnt um 7:30 Uhr mit einem viertelstündigen gemeinsamen Morgentanz. Danach gibt es für eine halbe Stunde eine Morgenandacht, gehalten von einem der Mitglieder der Gemeinschaft. Eine dieser Morgenandachten im Oktober 2003 sprach Dieter Duhm zum Thema »Liebe«. Seine Worte waren sinngemäß:
»Und ihr sollt nicht immer unterscheiden. Ihr sollt nicht immer unterscheiden zwischen unterschiedlichen Formen der Liebe. Ihr sollt nicht immer fragen: Ist dies nun eine spirituelle Liebe, oder eine universelle, oder eine sexuelle, oder eine Herzensliebe. Diese Unterscheidungen sind nur notwendig in einer nicht funktionierenden Gemeinschaft. Diese Fragen und Unterscheidungen sind Symptome der NICHT-GEMEINSCHAFT. Auch diese Unterscheidungen haben ihren Ursprung in dem Wunsch, immer DER EINZIGE sein zu wollen.«
»Om«, dachte ich, »Das ist genau das Gegenteil der Worte des Liber Als, denn es heißt in AL I 57: Auch lasset die Narren die Liebe nicht missverstehen; denn es gibt Liebe und Liebe. Da ist die Taube und da ist die Schlange. Wählet ihr gut! Er mein Prophet hat gewählt, denn er kennt das Gesetz der Festung und das große Mysterium vom Hause Gottes.«
Ich fand dieses genaue Gegenteil sehr inspirierend. Ja, tatsächlich, in der NICHT-GEMEINSCHAFT, in einer »normalen« Zweierbeziehung, in der es wichtig ist, DER EINZIGE zu sein, wird immer wieder unterschieden: Beispiele:
»Ich will mit Cassandra nur reden, Schatz, vertrau mir, ich will wirklich nur mit ihr reden, nicht mit ihr schlafen.« »Ich will mit Rodriguez nur in die Kneipe gehen und danach ins Kino, ich will nichts von ihm, wirklich nicht. Da ist nichts, wirklich nichts. Ich will nur reden, nicht mit ihm ins Bett.« »Ich hatte wirklich nur Sex mit Cassandra, Schatz, verzeih mir, wirklich, das war einfach nur Sex, wir hatten was getrunken, und dann ... -, aber dich liebe ich, wirklich, glaube mir, es war nichts, es war nur Sex ...« »Ich habe mit Rodriguez einfach nur gevögelt, das hat nichts zu bedeuten, wirklich nicht, es ist einfach passiert, ich empfinde nichts für ihn, ich liebe dich!«
Selbstverständlich sind solche Dialoge in der idealen Gemeinschaft nicht notwendig. Dort habe ich immer die Möglichkeit zu kommunizieren. Liebe ist Kommunikation. Es wird kein Unterschied gemacht, ob ich nun körperlich, oder geistig/seelisch kommuniziere. Es ist egal, ob ich mit jemandem schlafe, mit jemandem spreche, schweige, schreibe, tanze, esse. Ich kann immer frei kommunizieren. Ich kann immer frei lieben, niemand fordert von mir, meine Liebe zu rechtfertigen oder in eine bestimmte Kategorie der Liebe einzuordnen. Liebe ist immer gerecht: Kommunikation ist immer gerechtfertigt.
Die Tarotkarte DIE LIEBENDEN wird vom Sternzeichen Zwilling regiert, dem Inbegriff der Kommunikation. Der Vers aus dem Liber AL, der uns auffordert, zwischen LIEBE und LIEBE zu unterscheiden, verlangt die Unterscheidung von EROS und AGAPE. Eine Unterscheidung zwischen der sexuellen Liebe (EROS) und der Liebe des Herzens (AGAPE). Auf dem Köcher des kleinen EROS-Engels auf der Tarotkarte DIE LIEBENDEN finden wir das Wort des Gesetzes: THELEMA (=Wille), welches sich in der “Gematria“, der Numerologie des Griechischen Alphabetes, ebenso zu 93 addiert wie AGAPE. Auf dem Köcher des EROS-Engels finden wir also ganz offensichtlich “verborgen“ die Liebe AGAPE: Die Pfeile des EROS durchbohren die Herzen der Menschen.
Ist es also das Gesetz des Festung, KEINEN Unterschied zu machen?
Der Hebräische Buchstabe der Liebenden ZAIN bedeutet SCHWERT (in der Hebräischen Umgangssprache PENIS). Das Schwert zerschneidet.
Wir MÜSSEN einen Unterschied machen.
ABER: Es soll uns gelingen, gerecht in zwei Hälften zu teilen: In der einen Hälfte erlangen wir das Bewusstsein, keinen Unterschied zu machen: Wir erlangen diesen Zustand im Geiste. In der anderen Hälfte MÜSSEN wir einen UNTERSCHIED ERLEBEN: In unserem Körper.
Die Aufforderung aus der Morgenandacht kann sich nur auf unsere Seele beziehen, nicht aber auf unseren Körper. Warum? Weil wir die unterschiedlichen Formen der Liebe unterschiedlich stark in unterschiedlichen Regionen (Chakras) unseres Körpers erleben.
Was ist die Festung, das Haus Gottes?
Es ist unser Körper. = Unser Tempel.
Ich erlebe die Liebe des Herzens in meinem Herzen.
Ich erlebe die sexuelle Liebe (Gott sei Dank ;)) nicht NUR in meinem Sexualchakra, aber dort findet sie ihren Ausgangspunkt und dort erlebe ich sie auch am häufigsten und am stärksten. Es gibt so viele Formen der Liebe:
Die Liebe der Mutter zum Kind, die Liebe des Vaters zum Kind, die Liebe des Kindes zu den Eltern, die Liebe zur Natur, Selbstliebe, Gottesliebe ...
All diese unterschiedlichen Formen der Liebe ERLEBE ich unterschiedlich stark in unterschiedlichen Energiezentren meines Körpers. Wenn ein Vater seine Tochter sexuell missbraucht, gibt es dort sexuelle Liebe, wo nur Herzensliebe sein sollte und nirgendwo schreit die Welt mehr nach Heilung als hier: Beschnittene, verstümmelte Frauen: An keinem Ort ist der Mensch so verwundet wie in seiner Sexualität. Die Verwundung der Sexualität ist die Wurzel des Krieges. Dies ist das offene Große Geheimnis vom Hause Gottes, vom TURM, vom KRIEG.

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