2002/ 6: Thelema als Rhizom, Initiation, Liber Legis und Runen
Statt eines Editorials...
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Vor Müdigkeit unempfänglich für Landschaft und Gerüche, trottete Hannah mit gesenktem Kopf dahin, ganz auf die Spitzen ihrer Wanderschuhe konzentriert. ... Sie seufzte tief auf und marschierte weiter; ihre Müdigkeit war eins geworden mit dem sie schützenden emotionalen Dämmerzustand. ... Zwei Bauersfrauen in schwarzen Kleidern unterbrachen ihren Schwatz über eine niedrige Steinmauer hinweg und musterten die junge Frau mit unverhohlener Neugier und offenem Mißtrauen. Wo wollte sie hin, dieses Flittchen, das seine Beine zeigte? Zum Schloß? Ach ja, das erklärte alles! Seit dieser Fremde das Chateau gekauft hatte, tauchten hier alle möglichen seltsamen Gestalten auf! Zugegeben, M. Hel war kein übler Mensch. Im Gegenteil, ihre Männer hatten ihnen erzählt, daß die baskische Freiheitsbewegung ihn außerordentlich schätzte.
Und doch – er war ein Fremder. Das war nicht abzustreiten. Er lebte erst seit vierzehn Jahren im Schloß, während alle anderen Dorfbewohner (dreiundneunzig an der zahl) ihre Namen auf Dutzenden von Grabsteinen rund um die Kirche finden konnten, hier frisch in Pyrenäengranit geschnitten, dort kaum noch zu entziffern auf uralten Steinen, die von Wind und Regen in fünfhundert Jahren glatt geschliffen worden waren. Sieh nur! Das Flittchen hat nicht mal die Brüste geschnürt!
Sie will, daß die Männer sie anstarren, das ist es! Wenn sie nicht aufpaßt, wird sie mit einem vaterlosen Kind dasitzen!“ Und wer wird sie dann noch heiraten wollen? Sie wird im Haus ihrer Schwerster Gemüse putzen und Böden scheuern müssen. Und der Mann ihrer Schwerste wird sie belästigen, wenn er getrunken hat. Und eines Tages, wenn die Schwester so hochschwanger ist, daß sie es nicht mehr tun kann, wird die da dem Ehemann nachgeben!“ Wahrscheinlich in der Scheune. So geht es immer. Und die Schwester wird davon erfahren, und dann wird sie die da aus dem Haus jagen! Wo soll sie dann hin? Sie wird nach Bayonne gehen und eine Hure werden, so wird es enden!
Eine dritte Frau gesellte sich zu ihnen. Wer ist denn das Mädchen, das seine Beine zeigt? Wir wissen nur, daß sie eine Hure aus Bayonne ist. Und nicht mal Baskin! Glaubst du, sie ist vielleicht Protestantin? Aber nein, so weit würde ich nun doch nicht gehen. Nur eine armselige putain, die mit dem Mann ihrer Schwester geschlafen hat. So geht es immer, wenn man sich die Brüste nicht schnürt.
Ja, ja.
Als Hannah an ihnen vorbeikam, blickte sie auf und bemerkte die drei Frauen. „Bonjour, mesdames“, grüßte sie höflich.
„Bonjour, mademoiselle“, antworteten sie im Chor und zeigten ihr offenes baskisches Lächeln.
Aus „Shibumi oder der leise Tod“ von Trevanian
Wir erschaffen die Welt, die wir leben. Viereckig, mystisch, oft wundervoll...
Laudatio auf Aleister Crowley
My name is Aleister Crowley,
I’m Master of magick unholy.
Of philtres & pentacles, covens, conventicles,
of basil, nephente & moly.
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