2001/ 2: Okkultismus à la McDonalds, Crowley Filmprojekt

Editorial

Mit Mc Donald zur Erleuchtung

Bequemlichkeit zum Prinzip erhoben - etwas soll überall, jederzeit bequem zu erhalten sein. Kann man ja verstehen. Wer will auf Dauer schon wirklich "meilenweit" für eine Camel... Die Konsequenz, wenn etwas universell verfügbar sein soll, ist gewöhnlich: Es wird von eher niedriger Qualität sein.

Rein technisch-sachlich muss Quantität nicht zwangsläufig auf Kosten von Qualität gehen, wie man an unserer Luft zum Atmen sehen kann.

Was aber, wenn Menschen die Qualität eines Produktes gar nicht wollen, ja wenn´s irgend geht zu meiden suchen? Und was, wenn dieses Produkt wie bei Esoterik "Sinn des Lebens" heißt?

Bei der allgemeinen Kommerzialisierung der Esoterik ist "Verflachung" und erlahmende Aktivität kein bedauerlicher Nebeneffekt, sondern das Ver-Lernen ist beabsichtigt. Menschen wollen vergessen, was sie mal wollten und sich trotzdem glauben machen durch Weihrauch, Yoga, dieses oder jenes Ritual etc., dem wäre nicht so.

Dazu müssen sie glauben dürfen, dass ihr Konsum von diesem und jenem Seminar oder diese und jener "geheimen Information" ihrem Leben einen Sinn gäbe.

P.R. König untersucht die allgegenwärtige "McDonaldisierung der Okkultur" am Beispiel des amerikanischen O.T.O. und des Internet.

"Desorientierung", um hier einen Satz aus seinem Artikel zu zitieren, "stellt einen Schritt zur Amputation des Selbst in einem See der Auswahlmöglichkeiten dar,...."
Ob, wie P.R. König z.B. behauptet, Rationalität im Sog der Bildschirmangebote (des Internets) weitgehend auf der Strecke bleibt, sollte schon differenzierter untersucht werden.

In jedem Fall sind seine Hypothesen zur Verflachung, Scheinaktivität, sich verstärkender Passivität und Illusionierung des Okkultismus so bedenkens- und diskussionswürdig, dass wir diesem Thema, wie Du lesen kannst, das gesamte Editorial gewidmet haben.

Die Inhalte Heft 2/01

Die McDonaldisierung der Okkultur
Esoterisches, Okkultes – schnell, bequem, jederzeit und überall (s. Internet)-ist es zu haben. P.R. König sieht im Überangebot des Okkulten u.a. Geldabzocker, bezweifelbare Reputationsansprüche und ein weitestgehend “Auf-der-Strecke-bleiben” von Rationalität. “Die Zurückdrängung überprüfbarer Fakten durch halluzinierte Spekulationen erlaubt keine Wahrheitskontrolle mehr und mündet in ein endlos fragmentiertes Labyrinth grenzenloser Beliebigkeit”.
von P.R.König

Pandula´s Node
Der Artikel stellt einen Lebensentwurf, eine Vision dar, die in ca. 1000 Jahren real sein kann. Über astrale Reisen ist schon viel geschrieben worden. Hier haben wir es mit astralem Leben und Schaffen zu tun. Im Zentrum dieses Schaffens steht ein algorithmisches Kommunikations-Design.
von Pandula

Aleister Crowley – ein Filmprojekt
Aleister Crowley als thematischer Mittelpunkt eines Unterhaltungsfilmes im Deutschen Fernsehen, irgendeines schönen Abends zur Hauptsendezeit? - Unmöglich, nie! Wirklich?
Interview mit Ute und Christian Berlinghof,
von Steffen Siegert

Die vier Weisen aus dem Abendlande
Der Autor widmet sich den Forschungen und Aussagen von Rudolf Steiner, Wilhelm Reich, Rupert Sheldrake und Joseph Weizenbaum zum “widerspenstig klingendem” Thema “supernaturale und intranaturale Formprinzipien”. Ein Plädoyer für einen freieren Blick auf das Wirken des Geistes, als ihn manch materialistisch geprägter Naturwissenschaftler an den Tag zu legen in der Lage ist.
von Markus Leuthel

Die Extropischen Grundsätze (II)
“Für uns stellt die Menschheit nur ein Übergangsstadium im Prozess der Evolution von Intelligenz dar und wir befürworten den Einsatz von Technik, um unseren Übergang vom menschlichen zum transhumanen oder posthumanen Zustand zu beschleunigen.” Dieser Beitrag beinhaltet die extropischen Grundsätze in der Version 3.0, 1998 und eine Literaturliste, die den extropischen Inhalten Ausdruck verleihen.
von Max More, Vorsitzender des Extropy-Institus

Göttliche Pneumata(II)
Hier nun der zweite Teil der sieben vollständig hermetischen Planetenrituale, die der Autor aus den Praktiken der Sabier von Harran wiederhergestellt hat. Die Blütezeit Harrans (heutige Türkei) lag in der Zeit der Kalifen in Bagdad – ca. 700-1000 u.Z. Der Prophet der Sabiener: Hermes Trismegistus. Der rituelle Gebrauch des achtfachen Namens der Planetensphäre entstand aus den Jahren der Praktik in der AdocentynTempel/Loge des Ordo Templi Astartes.
von Hal von Hofe

Der Satanische Orden “In Nomine Satanas” (I.N.S.)
Selbstdarstellung eines Ordens, der sich der Idee der Unsterblichkeit ebenso wie der der Auseinandersetzung mit Mystik und Kunst verbunden fühlt.
von Magister Demian

Rennes-le-Château und der Ursprung der Esoterik
Lebte Gott in Frankreich? Teil II. Arkadien, die mythische Heimat des Pan. Unsterblichkeit war in Arkadien eine Tugend. Es gibt esoterische Traditionen nach denen der arkadische Strom bis heute nicht versiegt ist. Marcus Mons widmet sich in diesem zweiten Teil speziell den Katharern und Joséphin Péladan, dem Begründer jenes Ordens, der der päpstlichen Verbannung entging. Warum?
von Marcus Mons

Der Magus und die Sexy-Hexy im Einsatz
Neue Comics aus der Hand von Voenix

Yggdrasil – Interview
Yggdrasil nimmt Stellung zum Heidentum in Deutschland. Ergänzt ist das Interview mit dem Druiden Fearrac Dearraich um einen Kurzbericht vom “Zweiten Heidentag” in Frankfurt/M.
von Steffen Siegert

Helgoland
“Im Jahre 1998 ist mir etwas sehr Merkwürdiges passiert. Ich denke, ich würde es niemandem glauben, wäre es mir nicht selbst passiert. ...Ich habe keine Erklärung dafür.”
von Fürst Claas vom Mars